Mit ihrem Mehrwertsteuer-Digitalpaket will die EU den innergemeinschaftlichen Versandhandel zwischen Unternehmen und Verbrauchern modernisieren und vereinfachen. Nachdem die erste Stufe 2015 nur bestimmte Dienstleistungen betraf, tritt nun die zweite Stufe in Kraft.
 
Sie bringt für Unternehmen, die Privatpersonen innerhalb der EU beliefern, und Betreiber von elektronischen Schnittstellen – also beispielsweise von Marktplätzen oder Portalen –, die an solchen Lieferungen beteiligt sind, einige wesentliche Änderungen mit sich.
 
Einheitliche Lieferschwelle
Insbesondere werden die Lieferschwellen abgeschafft, bis zu denen die mit Verbrauchern aus der EU erzielten Umsätze steuerlich wie Inlandsumsätze behandelt werden dürfen. Bislang sind diese Grenzwerte von Land zu Land sehr unterschiedlich – in Luxemburg liegt die Schwelle etwa bei 100.000 Euro.
Stattdessen wird es ab dem 1. Juli nun eine EU-weite Umsatzschwelle geben, die faktisch eine einheitliche Lieferschwelle in Höhe von 10.000 für alle EU-Länder festsetzt. Über diesen Wert hinausgehende Leistungen werden grundsätzlich im Bestimmungsland besteuert.
 
"One Stop Shop" für alle Mitgliedstaaten
Dabei greift dann eine weitere zentrale Neuerung: Die Umsatzsteuer für alle EU-Länder kann künftig über einen zentralen "One Stop Shop" abgeführt werden. Dieses Verfahren ermöglicht es deutschen Betrieben, im EU-Ausland geschuldete Umsatzsteuer über das Bundeszentralamt für Steuern anzumelden und abzuführen.

Details hierzu und zu weiteren Änderungen, etwa zur Abschaffung der Freigrenze von 22 Euro, zur Einbeziehung von Betreibern elektronischer Schnittstellen in die Lieferkette oder zur Einführung einer Sonderregelung zur Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer, lesen Sie im Artikel „Startschuss für neue Umsatzsteuerregeln im E-Commerce steht bevor".