Wie Deutschland will die Europäische Union das Thema massiv vorantreiben und hat dazu ihre Wasserstoffstrategie vorgestellt.
 
Auch der DIHK misst dem Energieträger enormes Potenzial bei: „Wasserstoff bietet den Betrieben viele Zukunftschancen", lobt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Das gilt nicht nur für die klimafreundliche Umstellung der eigenen Produktion auf CO2-neutral produzierten Wasserstoff." Rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen könnten die Hersteller von Maschinen und Anlagen neue Geschäftsfelder entwickeln und die starke Position der deutschen Technologieanbieter auf den Weltmärkten ausbauen, so Schweitzer.
 
Der Weg zu einem funktionierenden Markt
„Damit diese Chancen genutzt werden können, brauchen wir einen funktionierenden Markt, auf dem klimaneutral produzierter Wasserstoff als sicheres und bezahlbares Produkt gehandelt wird", betont der DIHK-Präsident. Die IHK-Organisation habe hierzu konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.
 
Im Mittelpunkt stehe dabei der Wettbewerb um günstigen Wasserstoff: „Dafür brauchen wir zum einen Technologieoffenheit bei der Herstellung", stellt Schweitzer klar. „Wasserstoff aus erneuerbarem Strom ('grüner Wasserstoff'), hergestellt in Deutschland, kann den Bedarf auf absehbare Zeit nicht decken."
 
Zum anderen müssten die Produktionskosten für Wasserstoff aus Ökostrom hierzulande sinken. "Erreichen wollen wir das, indem wir Strom durch weniger Nebenkosten billiger machen", erläutert der DIHK-Präsident. „Möglichkeiten gibt es genug – beispielsweise durch die Senkung der EEG-Umlage. Attraktiver wird der Wasserstoff auch, weil die fossilen Energieträger wie Erdgas ab dem nächsten Jahr durch den CO2-Aufschlag deutlich teurer werden."
 
Übergangslösung Zertifikatehandel
Um die Nachfrage anzukurbeln, benötige Deutschland vor allem eine geeignete Lieferinfrastruktur, also Pipelines und Tankstellen, so Schweitzer weiter. Doch nicht jeder Industriebetrieb werde sofort einen Wasserstoffanschluss erhalten.
 
„Daher müssen wir uns übergangsweise mit dem Kauf von Zertifikaten über klimaneutralen Wasserstoff behelfen. Der Betrieb bezieht aber vorerst weiter Erdgas", schlägt der DIHK-Präsident vor. „Das entspricht der derzeitigen Praxis beim Ökostrom. Hier erwerbe ich auch einen sogenannten Herkunftsnachweis für den grünen Strom – aus der Steckdose kommt aber der regionale Mix."

Seine insgesamt zwölf Handlungsempfehlungen hat der DIHK in einem Positionspapier zusammengefasst. Wissenswertes rund um das Thema gibt es im aktuellen DIHK-Faktenpapier.