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04. September 2019
Kommentar

Gründerwelle verebbt

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben über den DIHK-Gründerreport.
„Eigentlich könnte sie kommen, die Gründerwelle. Immer mehr Menschen können sich den Schritt in die Selbstständigkeit vorstellen. So kamen im letzten Jahr 28 Prozent mehr Teilnehmer zu den IHK-Seminaren zur Unternehmensgründung als im Vorjahr. Aber die Welle verebbt, bevor sie in Fahrt kommt.
 
Denn es sinkt zugleich die Zahl derer, die auch anschließend Nägel mit Köpfen machen, ein konkretes Geschäftskonzept erstellen und mit ihrer IHK besprechen. Dies tat zuletzt nur jeder zweite Teilnehmer an IHK-Gründertagen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Vor vier Jahren waren es noch 92 Prozent. Die Gründer in spe nennen auch die Gründe: 57 Prozent berichten von zu viel Bürokratie etwa bei Genehmigungen, bei der Umsetzung der DSGVO, bei Steuern und Förderanträgen. Viele beklagen auch schlechtes Internet und einen zu komplizierten Zugang zu öffentlichen Fördermitteln. Deshalb ist jetzt die Politik am Zug: Wir brauchen dringend virtuelle One-Stop-Shops, bei denen Gründer alle Formalien rasch online erledigen können.
 
Bei der DSGVO sind klare Checklisten und ein guter Schutz gegen missbräuchliche Abmahnungen gefragt, wie ihn ja die Bundesregierung nun auch anstrebt. Um das große Start-up-Potenzial Deutschlands zu heben, brauchen wir auch in der Fläche überall schnelles Internet. Für Investoren sollten steuerliche Hürden bei Beteiligungen an Start-Ups abgebaut werden, damit gute Ideen auch wachsen können.“

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