Goldener Adler

Oktober 2019

Bierige Gerichte

Bodenständige, deutsche Küche in historischen Mauern – Genießen in der Region zu Gast im Goldenen Adler.
Wer auf dem schwäbisch Haller Marktplatz verweilt, kann eine kleine Zeitreise unternehmen und in die Geschichte der Häuser und ihrer Familien eintauchen. Eines dieser historischen Bauwerke ist das Hotel und Restaurant „Goldener Adler“. Er wurde 1315 erbaut, 1576 erstmalig als Gasthof erwähnt und seither als solcher geführt worden. Bis heute wird hier noch deutsche Küche serviert, was auch in Schwäbisch Hall inzwischen selten geworden ist.
 
Ehrliche, bodenständige Küche
„Bei uns gibt es ‚bierige‘ Gerichte“, unterstreicht Peter Weissbach, Koch und Pächter des „Goldenen Adler“. „So muss das auch sein – in einem Brauerei-Gasthof, denn das Gebäude gehört der Haller Löwenbrauerei“, erklärt er lachend. Zwiebelrostbraten, Bierkutscher- Pfännle, Ochsenbäckle und saure Kutteln stehen ebenso wie Spätzle und Maultaschen auf der Speisekarte. Saisonale Gerichte, die alle drei Monate wechseln, runden das Angebot ab. Darüberhinaus sorgt der kulinarische Kalender des Restaurants für Abwechslung. So geht es einige Wochen im Jahr beispielsweise mal um den „Spaghetti-Blues“ oder „…um die Wurst“.
 
„Dabei überlegt das gesamte Küchenteam, was bei diesen Aktionen gekocht werden soll“, berichtet Weissbach, der die italienische Küche liebt und auch gerne Neues ausprobiert. Seine Gäste aber würden eher die ehrliche, bodenständige Küche bevorzugen, betont er und unterstreicht, dass dies auch gerade bei ausländischen Touristen, wie Stammgästen aus Südkorea und den USA, der Fall wäre. „Vor kurzem hatte ich sogar die Anfrage eines Gastes, ob ich nicht bestimmte Gerichte vakuumiert verschicken könne“, erzählt der Küchenchef.
 
Und so fing alles an
Am 11. November 2011 um 11.11 Uhr haben Weissbach und seine Frau den „Goldenen Adler“ nach neun Monaten Umbau wiedereröffnet. Auf die Frage nach der Wahl des Termins schmunzelt er und sagt: „Wir haben nach einem Datum gesucht, das man nicht vergisst.“ Für das Ehepaar war dies eine neue Herausforderung, nachdem sie 20 Jahre lang den „Blauen Bock“ in der Katharinenvorstadt quasi als Zwei-Mann-Betrieb mit Unterstützung der Familie geführt haben.
 
Familiär ist ihr Betrieb heute immer noch, auch wenn dieser inzwischen 30 Mitarbeiter und 23 Fremdenzimmer umfasst. Geblieben ist die Hilfe der Mutter und Schwester, die nun als Blumenfeen agieren und das Haus dekorieren. Weissbach selbst steht in der Küche. Von Kindesbeinen an kocht er leidenschaftlich gern. Seine Ausbildung hat er im benachbarten Ratskeller (heutiger Adelshof) absolviert. Seine Frau, die eigentlich gelernte Schneiderin und mit ihrem Mann bereits seit Schulzeiten liiert ist, hat die Rolle der Gastgeberin inne. Auch Sohn Adrian ist in die elterlichen Fußstapfen getreten und ins Hotelgewerbe eingestiegen. Nach seiner Ausbildung als Hotelfachmann ist er heute in München tätig und springt ab und zu in Schwäbisch Hall ein.

Peter, Adrian und Carola Weissbach.

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Im Goldenen Adler gibt es ehrliche, bodenständige Gerichte.

Der Weg zum Erfolg
Familie Weissbach ist präsent. „Das ist das A und O in diesem Geschäft“, so Weissbach. Urlaub gibt es selten. Gastronomie ist ein Rundum- die-Uhr-Job. Und aller Anfang ist bzw. war schwer. Qualität beim Essen und im Service sowie die Atmosphäre überzeuge seine Gäste, berichtet er weiter. Die Lage am Marktplatz ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Die Terrasse mit Blick auf die Treppe der St. Michelskirche und die historischen Gebäude ringsum laden zum Verweilen ein. So besteht die Kundschaft des „Goldenen Adler“ nicht allein aus Stammgästen sondern auch aus Laufkundschaft.
 
Gutes Personal als Schlüsselfaktor
Peter Weissbach ist rührig – auch in Sachen Personal. Er weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, professionelle Mitarbeiter zu finden und junge Leute für die Gastronomie und das Hotelgewerbe zu begeistern. „Insbesondere die gegenläufigen Arbeitszeiten sind für viele ein Kritikpunkt. Umso wichtiger ist es uns, den Mitarbeitern eine familiäre und freundschaftliche Atmosphäre zu bieten, in der sie sich wohlfühlen“, unterstreicht Weissbach.
 
Das scheint zu gelingen, denn die Zahl der Auszubildenden ist recht konstant und einige der Mitarbeiter sind bereits über zehn Jahre mit von der Partie. Um deren Engagement zu würdigen, organisiert Familie Weissbach verschiedene interne Events. Das sommerliche Grillfest und das Weihnachtsfrühstück sind dabei feststehende Größen. Ob Glashütte, Spargelmuseum oder Kartbahn – mit den Azubis geht es einmal im Jahr für zwei bis drei Tage auf Tour, um Spaß zu haben, die Gemeinschaft zu fördern und etwas Neues kennenzulernen. Das dies der richtige Weg ist, hat die Agentur für Arbeit in diesem Jahr mit der Auszeichnung zu einem der besten Ausbildungsbetriebe im Kreis Schwäbisch Hall bestätigt.
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