Trotz erheblicher Kritik aus der Wirtschaft ist am ersten Juli das Geologiedatengesetz (GeolDG) in Kraft getreten. Für Unternehmen, die geologische Untersuchungen durchführen, bedeutet das erweiterte Anzeige- und Übermittlungspflichten. Betroffen sind beispielsweise Schürfungen, Grabungen oder Bohrungen für die Untersuchung von Baugrundstücken oder zur Erdwärmenutzung. Aber auch Analysen für die Altlastenerkundung und – sanierung. Das Gesetz sieht vor, dass diese Untersuchungen zwei Wochen vor Beginn angezeigt und die gewonnenen Daten in der Regel den geologischen Diensten übermittelt werden müssen.

Laut Gesetz müssen bereits kleinste Schürfungen, Sondierungen oder sogar Messungen und Aufnahmen der Erdoberfläche durch Fernerkundung (bspw. durch Fotografie, Schall, Infrarot o. ä. gemeldet werden. Das betrifft zahlreiche Tätigkeiten im Bereich der Vermessungstechnik, Kartographie sowie Boden- oder Grundwasseranalytik. Die Belastung insbesondere der Baubranche ist immens: Baugrunduntersuchungen werden in Deutschland Millionenfach im Jahr durchgeführt. Hinzu kommen tausende Unternehmen im Bereich der Geodäsie, Vermessungstechnik, Kartographie oder dem Boden- und Grundwasserschutz. Bei Ihnen kann der Einsatz von Geräten wie Handbohrern, Sonden, und sonstiger Vermessungstechnik künftig nicht mehr so flexibel gehandhabt werden. Außerdem müssen Veränderungen auf Baustellen, die erneute Untersuchungen mit sich bringen können, zwei Wochen oder bis zur Erlaubnis der Behörde zum vorzeitigen Beginn warten.

Allerdings konnte im Gesetzgebungsverfahren erreicht werden, dass die geologischen Dienste der Länder Ausnahmen festlegen können. Konkret können hierdurch kleinere Untersuchungen bis zu 10 Meter Tiefe von einzelnen Pflichten ausgenommen werden. Der DIHK versucht daher gerade gemeinsam mit den IHKs weitreichende Ausnahmen zu erreichen.