Das Bundesumweltministerium hat am 6. Januar seine „Feststellung der Einrichtung eines Gemeinsamen Rücknahmesystems gemäß § 6 Batteriegesetz“ widerrufen. Dies erfolgte auf Antrag der bisherigen „Stiftung Gemeinsamen Rücknahmesystems (GRS)  Batterien“. Die GRS wurde von Batterieherstellern und dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gegründet und übernahm seit dem Inkrafttreten der Batterieverordnung im Oktober 1998 in Deutschland die unentgeltliche Batterierücknahme und   -entsorgung. Seit einigen Jahren kritisiert sie Wettbewerbsverzerrungen zu ihren Ungunsten. Gleichzeitig mit dem Widerruf wurde das in Hamburg ansässige GRS von der dort zuständigen Landesbehörde mit bundesweiter Wirkung als „herstellereigenes Rücknahmesystem“ anerkannt. Damit gibt es auf absehbare Zeit kein „Gemeinsames Rücknahmesystem“ mehr, sondern aktuell nur noch fünf herstellereigene Rücknahmesysteme“.

Notlösung
Eine solche Entwicklung ist im immer noch unverändert geltenden Batteriegesetz eigentlich nur als Auffangtatbestand oder Notlösung vorgesehen. Eine Änderung des Batteriegesetzes ist deshalb in Arbeit, wird aber voraussichtlich frühestens im Herbst 2020 in Kraft treten können. Für Hersteller und Importeure von Gerätebatterien sowie für alle Händler, die Gerätebatterien verkaufen (separat oder in Geräten oder den Geräten beigefügt), ist deshalb von Bedeutung, dass ihre bisherigen Pflichten  fast unverändert weiterhin gelten. Dazu gehören vor allem: Beteiligung der Hersteller und Importeure  an einem anerkannten System, also ab sofort an einem „herstellereigenen Rücknahmesystem“
  • Anzeigepflicht der Hersteller und Importeure an das Umweltbundesamt (zum Beispiel bei Wechsel zu einem anderen System)
  • Alternativ: Aufbau eines eigenen Systems,  das jedoch von der Landesbehörde anerkannt werden müsste, wofür erhebliche  Vorleistungen erforderlich wären und Folgepflichten entstünden (zum Beispiel flächendeckende unentgeltliche Rücknahme)
  • Unentgeltliche Batterie-Rücknahmepflichten aller Vertreiber in Handelsgeschäften  oder deren unmittelbarer Nähe und dies- bezügliche Hinweispflichten an alle Endkunden 
  • Weitergabe der auf diese Weise eingesammelten Altbatterien an „herstellereigene  Rücknahmesysteme“, welche ihrerseits  verpflichtet sind, unentgeltlich geeignete  Transportbehälter zur Verfügung zu stellen
  • Pflicht aller Batterienutzer zur getrennten Altbatterieentsorgung (also keinesfalls  über die graue Restmülltonne)
Die fünf „herstellereigenen Rücknahmesysteme“ sind untenstehend zu finden.