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07. Oktober 2019
Renner GmbH Kompressoren

Druckvolle 25 Jahre

Am 1. Juli 1994 gründeten Annette und Bernt Renner die Renner GmbH Kompressoren.
In der Anfangsphase war das Startprodukt ein Prototyp, der bis zur Serienreife noch weiterentwickelt werden musste. Nun feiert das Unternehmen in Güglingen sein 25-jähriges Bestehen. 
 
Es ist die Druckluft- und Verdichtungstechnik, um die sich alles dreht. Im Wesentlichen sind es leise, leistungsfähige wie wirtschaftliche Schrauben-, Scrollline- und Kolbenkompressoren. Die Fertigung erfolgt nach modernsten Gesichtspunkten in jeder Größe und Ausführung. Von Sonderwünschen einmal abgesehen, kann der Kunde aus mehr als 6.000 Modellen wählen: Anlagen mit Frequenzregelung oder Direktantrieb im Leistungsbereich von 1,5-355 kW, die zudem noch individuell anpassbar sind.
 
Familienunternehmen
Der technische Kaufmann und Gründer Bernt Renner erinnert sich an die Anfänge des Unternehmens: „Wir waren zu Beginn drei Leute und in 1998 beschäftigten wir bereits zehn Mitarbeiter.“ Dass dieser Trend so anhalten würde, meint er zurückblickend, habe er sich seinerzeit nicht vorstellen können. „Wir haben als Start-up-Unternehmen in einer Garage angefangen und hatten Glück“, fügt er hinzu.

Aber nicht nur das - die Nähe zum Kunden, die Flexibilität, die Qualität, das Engagement, all das brachte den wachsenden Erfolg, der bis heute anhält. Die Gründer entschlossen sich im Jahr 2000 zu einem Neubau im Industriegebiet Güglingen, wo eine Fertigungshalle und Büroräume entstanden.

Annette und Bernt sind weiterhin in der Geschäftsleitung des Unternehmens tätig, das jetzt 170 Mitarbeiter beschäftigt. Die erwachsenen Kinder arbeiten inzwischen ebenfalls mit. Tochter Ronja ist nach einer Ausbildung als Bankkauffrau im Bereich Personal und Finanzen tätig. Sohn Daniel ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet im Controlling. Sie werden nach und nach auf Führungsaufgaben vorbereitet.
 
Forschung und Entwicklung
Etwa zehn Mitarbeiter, größtenteils Techniker und Ingenieure, beschäftigen sich mit der Entwicklung von Innovationen, Verbesserungen und Sonderlösungen. Ein großes Thema ist Industrie 4.0. Der technische Leiter Björn Neubig fasst zusammen: „Hier sind wir mit diversen Schnittstellen ausgerüstet, mit denen unsere Kompressoren sowie weiteres Zubehör mit anderen Steuerungen und Systemen kommunizieren können. Weitere Systeme, um IoT-Lösungen (Internet of Things) anzubieten, werden gerade entwickelt. Damit ergibt sich die Möglichkeit, Anlagen über Cloud-Systeme zu überwachen.“

Alle Kompressoren arbeiten sehr energieeffizient, so dass es zum Beispiel bei einer Neu- oder Ersatzinvestition eines Schraubenkompressors einen Zuschuss bis zu 40 Prozent durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geben kann. Die Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Holz- und Metallverarbeitung, Automobilbranche und vieles mehr. Zubehör für Druckluft, Service und Ersatzteile runden das Portfolio ab.

Die Familie Renner: Bernt (v.l.), Daniel, Ronja und Annette Renner.

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Außergewöhnliche Aufträge
Renner verzeichnet eine stabile gute Nachfrage nach den hochwertigen „Made in Germany“-Produkten. Die meisten Verkäufe gehen nach Deutschland, Frankreich, in das Vereinigte Königreich, die restliche EU sowie nach Osteuropa. Knapp die Hälfte des Verkaufsvolumens gelangt in den Export, davon wiederum die Hälfte in die EU und der übrige Teil weltweit. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über den Fachhandel. Die eigene Logistikabteilung sorgt für eine schnelle und zügige Abfertigung.

Christine Ingelbach, Teamleiterin Marketing, erzählt, dass mittlerweile auch ein Renner-Kompressor zur Ausstattung von Wladimir Putins Privatsauna gehöre. „Und der Scheich von Dubai sowie Roman Abramowitsch setzen auf unsere Produkte“, sagt sie. „Letzterer orderte drei 22-kW Kompressoren für seine Yacht, die speziell für ihn weiß lackiert wurden. Zu den besonderen Bestellungen zählen sicherlich auch Kompressoren für den Brandschutz im Bundestag in Berlin sowie für die Kreuzfahrtschiff e von Aida und Mein Schiff “, fügt sie hinzu. „Der größte Auftrag über 36 Kompressoren unterschiedlicher Größe kam von einer Zementfabrik auf den Philippinen.“
 
Die Mitarbeiter
Auf die sorgfältige Einarbeitung von Mitarbeitern, Aus- und Weiterbildung und Schulungen wird großen Wert gelegt. Das gilt sowohl für den technischen Bereich als auch für den Verkauf. Das Unternehmen bildet unter anderem Industriekaufleute und Mediengestalter für die Verwaltung aus und Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker und Fachkräfte für Metalltechnik für die Fertigung. Auch Flüchtlinge aus Afghanistan wurden bereits in die Produktion integriert. Um weiter wachsen zu können und optimalen Kundenservice zu bieten, sucht das Unternehmen ständig nach qualifizierten Mitarbeitern.

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