Geld + Märkte

07. Juli 2020
Corona-Krise

Richtiger Ansatz

DIHK-Präsident Eric Schweitzer zum Thema Überbrückungshilfen.
„Die meisten Unternehmen hierzulande sind noch nicht in Sommerlaune – im Gegenteil. In unserer aktuellen Umfrage melden nach wie vor vier von zehn Unternehmen akute Liquiditätsengpässe. Es gibt daher einiges aus dem Konjunkturpaket, was unbedingt noch vor der Sommerpause erledigt werden muss. Vordringlich ist es für viele Betriebe, jetzt die beschlossenen Überbrückungshilfen schnell und möglichst unbürokratisch zu erhalten. Die Beantragung soll in dieser Woche über ein zentrales Portal endlich möglich sein. Wichtig ist hier, dass die konkrete Bearbeitung der Anträge und letztlich die rückwirkende Auszahlung der Zuschüsse zu den fixen Kosten an die Betriebe in allen Bundesländern reibungslos erfolgt. Denn es gibt noch immer Unternehmen mit Umsätzen nahe Null, etwa die Veranstalter von Messen und Konzerten, Schausteller oder Busunternehmen, für die es um das wirtschaftliche Überleben geht.

„Nach wie vor haben vier von zehn Unternehmen Liquiditätsengpässe.“- DIHK-Präsident Eric Schweitzer

DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Das Programm hat mit seinem branchenübergreifenden Ansatz und dem direkten Bezug zu den belastenden fixen Kosten den richtigen Ansatz. Es muss jetzt sichergestellt werden, dass keine weiteren Verzögerungen durch unklare Definitionen oder Kriterien eintreten. Wichtig ist auch die gute und schnelle Mitwirkung der Steuerberater bei der Beantragung, damit die Hilfen noch rechtzeitig den besonders hart von der Corona-Pandemie getroffenen mittelständischen Betrieben effektiv helfen können. Die Zuschüsse sind bislang auf die Monate Juni bis August befristet – wir werden daher schon bald bewerten müssen, ob das für manche Bereiche der Wirtschaft nicht doch zu kurz greift. Nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für viele größere Mittelständler müssen wir zudem weiter an Maßnahmen zur Unterstützung des Eigenkapitals arbeiten.“