Aus Berlin und Brüssel

21. Juli 2020
Kommentar

Europa beweist Gemeinsamkeit

DIHK-Präsident Eric Schweitzer zu der Einigung der Staats- und Regierungschefs auf einen gemeinsamen Wiederaufbaufonds.
„Die Einigung der Staats- und Regierungschefs ist ein wichtiges Signal für die deutsche Wirtschaft. Die Stärkung des Binnenmarktes und die wirtschaftliche Erholung in den Mitgliedsstaaten sind für die deutsche Wirtschaft zentrale Voraussetzungen dafür, die Krise zu überwinden. Eine weitere Verschiebung der Verhandlungen und die damit einhergehende Unsicherheit hätten zusätzlich belastet.
 
Europa hat gezeigt, dass es trotz vieler unterschiedlicher Interessen gemeinsame Antworten auf Herausforderungen finden kann. Dies ist wichtig, denn nur ein starkes Europa wird gegenüber konkurrierenden Wirtschaftsräumen auf Augenhöhe auch im Interesse der deutschen Unternehmen agieren können. Der Wille zur Einigung und gemeinsames koordiniertes Handeln bleiben Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft des Wirtschaftsraums EU: Die Unternehmen in Europa sind über Lieferketten im Binnenmarkt stark miteinander verbunden, allein die deutschen Unternehmen wickeln 60 Prozent ihrer Im- und Exporte mit anderen EU-Ländern ab. Die Betriebe werden sich daher nachhaltig nur erholen können, wenn auch die europäischen Nachbarn wieder auf die Beine kommen.
 

 

DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Damit die beschlossenen Mittel aus Wiederaufbaufonds und EU-Haushalt der Wirtschaft den dringend notwendigen Schub geben können, müssen die verbleibenden Details schnell erarbeitet werden. Nur dann können die Programme ab Januar 2021 zur Verfügung stehen. Und es muss nun sichergestellt werden, dass die Mittel für Maßnahmen eingesetzt werden, die die Wirtschaft effektiv ankurbeln und die Wettbewerbsfähigkeit der EU auch langfristig stärken.“