Die EU-Kommission und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben im Januar 2019 eine gemeinsame Studie „Integration von Zuwanderern: Indikatoren 2018“ veröffentlicht. Sie bietet einen umfassenden internationalen Vergleich der Integrationsergebnisse von Zuwanderern und ihren Kindern in allen EU- und OECD-Ländern sowie in ausgewählten anderen G20-Ländern.

Für Deutschland stellt der Bericht Fortschritte bei der Integration fest, weist aber auch auf bildungspolitische Herausforderungen hin. Laut Studien waren Ende 2017 knapp 13 Mio. Menschen, die in Deutschland leben, im Ausland geboren. Dies entspricht einem Anteil von ca. 16 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung. Mit diesem Anteil liegt Deutschland im OECD-Vergleich im oberen Mittelfeld. Gut ein Fünftel der Zuwanderer (22%) lebt weniger als fünf Jahre in Deutschland. Auch dieser Wert liegt über dem EU-Durchschnitt.

Positiv hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland die Erwerbssituation für Zuwanderer entwickelt: So ist bei der Gruppe der im Ausland Geborenen die Beschäftigungsquote zwischen 2006 und 2017 von 59 auf über 67 Prozent gestiegen. Der Anteil an geringqualifizierten Zuwanderern (weder Fachhochschulreife noch abgeschlossene Berufsausbildung) liegt mit 35 Prozent allerdings deutlich über dem Anteil von ca. zehn Prozent bei der einheimischen Bevölkerung.

Der Anteil von hochqualifizierten Zuwanderern ist mit 23 Prozent hingegen weiterhin deutlich unter dem OECD und EU-Schnitt. Als besondere bildungspolitische Herausforderung identifiziert die Studie den hohen Anteil Geringqualifizierter unter den Kindern der Zuwanderer.

Rund ein Viertel ist ohne Abschluss der Sekundarstufe II, d.h. ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur. Deutschland liegt hiermit deutlich über dem EU- und OECD-Durchschnitt. Bei jungen deutschen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund liegt der Anteil der Geringqualifizierten etwas über acht Prozent.