Dank stetig wachsender Datenmengen, erhöhter Rechenleistung und flexibler IT-Architektur können aus Big Data mittels Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) Smart Data werden. So entwickelt sich KI zunehmend zur Schlüsseltechnologie.

KI ist die nächste Entwicklungsstufe der Digitalisierung – sie verstärkt und beschleunigt die Vorteile: Effizienzsteigerung, Prozessbeschleunigung, Verbesserung der Kundenbeziehungen und Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Entsprechend findet KI auch immer häufiger Anwendung in der Wirtschaft.
 
Unternehmen sind gut aufgestellt, aber Rahmenbedingungen müssen verbessert werden
Gerade Deutschland und Europa haben eine starke Position, denn im Zuge der Digitalisierung der Industrie werden große Mengen an (maschinenbezogenen) Daten erzeugt. Hier bietet die Anwendung von KI großes wirtschaftliches Potenzial. Um zu den Gestaltern und Gewinnern der Zukunft zu gehören, müssen Politik, Forschung und Wirtschaft jedoch eng zusammenarbeiten – nach dem Motto „think big and act fast“.

Insbesondere ist die Politik gefordert, Rechtssicherheit und ein Innovationsklima durch geeignete nationale und europäische Rahmenbedingungen zu schaffen.
 
Neue Technologien als Chance verstehen und kommunizieren
Mehr als jedes dritte Unternehmen empfindet die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von neuen Technologien als Innovationshemmnis. Es gilt also, Vertrauen zu schaffen – am besten ein besseres Bewusstsein für die positiven Möglichkeiten neuer Technologien.

Auch die Politik kann einiges für ein technologieaffines und experimentierfreundliches Umfeld tun. Themen sollten mittelstandsgerecht, positiv und verständlich anhand konkreter Beispiele in die Öffentlichkeit getragen werden. Beispielsweise sollten Zukunftstechnologien einen Schwerpunkt im Beratungsangebot der Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren bilden und die vielfältigen Unterstützungsangebote für den Mittelstand durch den Bund koordiniert und transparent dargestellt werden.

Gerade Deutschland und Europa haben eine starke Position.

 
Rechtliche Rahmenbedingungen für die Datenökonomie verbessern
Einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge fühlen sich zwei Drittel der Unternehmen unsicher bei der wirtschaftlichen Nutzung von Daten – auch im Zuge der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Hohe Rechtsunsicherheit hemmt Innovationen. Die Wirtschaft insgesamt, gleich ob Industrie, Handel oder Dienstleistung, braucht Verlässlichkeit und Transparenz, auf welcher rechtlichen Basis Daten genutzt oder geschützt werden können. Der Rechtsrahmen sollte Rechtssicherheit für Unternehmen gewährleisten und trotzdem flexibel gestaltet sein, um auch zukünftigen Entwicklungen gerecht zu werden. Besonders wichtig ist es, die geplante E-Privacy-Verordnung wirtschaftsfreundlich auszugestalten und das Thema Open Government Data voranzutreiben. Alle Behörden in Deutschland sollten grundsätzlich verpflichtet werden, ihre offenen Verwaltungsdaten zum Austausch in eine gemeinsame Plattform einzuspeisen.
 
Basisinfrastruktur sicherstellen
Ohne zukunftsfeste digitale Infrastrukturen (Glasfaser und 5G) funktioniert nichts in der Datenökonomie.
Voraussetzung für KI ist außerdem eine leistungsfähige und sichere Hardware bzw. Software. Öffentlich geförderte Programme sollten solche Technologien noch stärker vorantreiben, denn Deutschland und Europa sind hier im internationalen Vergleich weniger gut aufgestellt. Es ist wichtig, dass Wissenschaft, KMU und Startups ausreichenden Zugang zu sicherer Hardware-Infrastruktur und zu Cloud-Lösungen haben.
 
Kompetenzaufbau nachhaltig gestalten
Wissen zum Thema KI sollte breit in die Gesellschaft getragen werden. Eine Möglichkeit ist die Vermittlung von Basiswissen gepaart mit Praxisbezug bereits an allgemeinbildenden Schulen und ein anschließender Ausbau an Berufs- und Hochschulen. Auch die öffentliche Verwaltung sollte für Anwendungsszenarien von KI und auch Blockchain sensibilisiert werden. KI und Blockchain bieten große Chancen für eine transparentere und effizientere Verwaltung.