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02. Januar 2019
Duale Ausbildung

Auslandsaufenthalte sind Win-win-Situation

Stv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks zum neuen Bundesprogramm „AusbildungWeltweit“ von Bundesministerin Anja Karliczek.
„Lernerfahrung im internationalen Ausland sind eine Win-win-Situation. Unternehmen können dadurch ihre Ausbildungsplätze besser vermarkten, sie steigern die Motivation ihrer Auszubildenden und gewinnen gleichzeitig neue Auslandskontakte. Aber auch die Jugendlichen profitieren, denn die berufliche Auslandserfahrung in jungen Jahren fördert die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
 
Darüber hinaus ist die grenzüberschreitende Mobilität in der Berufsbildung auch eine lohnende Investition in die Zukunft Europas und fördert die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands in der ganzen Welt. Allerdings gibt es in Deutschland bei der Azubi-Entsendung noch deutlich Luft nach oben.
 
Derzeit gehen nur ca. 5,5 Prozent der Absolventen der Beruflichen Bildung ins Ausland. Damit wird Deutschland das vom Bundestag für 2020 gesetzte nationale Ziel von 10 Prozent nicht erreichen.
 
Das BMBF sollte „AusbildungWelt“ möglichst flexibel und nutzerfreundlich gestalten. Aktuell besteht die Herausforderung darin, dass bereits mit der Antragstellung ein konkreter Projektplan und auch die Kooperation mit den Partnern im Ausland stehen müssen.
 
Das ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene belastbare Auslandskontakte eine große Hürde. Wünschenswert ist daher eine Struktur sogenannter „Poolprojekte“. So könnten künftig auch zwischengeschaltete Organisationen wie Kammern oder Trägereinrichtungen Anträge stellen und Praktikumsplätze an Unternehmen vermitteln.“
 

 

Stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks

Hintergrund:
Das neue internationale Azubi-Entsendeprogramm des BMBF hat zum Ziel, die Lern- und Arbeitserfahrung von Auszubildenden weltweit in allen Ländern außerhalb der EU zu unterstützen. Damit wird für Betriebe bei ihrer Azubi-Entsendung der geographisch im Wesentlichen auf die EU-Länder beschränkte Geltungsbereich des EU-Mobilitätsprogrammes ERASMUS+ durch eine weltweite Entsendemöglichkeit ergänzt.
 
Davon profitiert auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft: „Mehr als 40 Prozent des deutschen Außenhandels geht heute weltweit in Länder außerhalb der EU. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen in Drittstaaten liegt sogar bei rund 50 Prozent.  So werden diese Länder für deutsche Exportunternehmen immer wichtiger.
 
Sie benötigen deshalb in zunehmendem Maße auch fremdsprachenversierte und interkulturell erfahrene Fach- und Führungskräfte, die auch persönliche Erfahrungen in Weltregionen außerhalb der EU erworben haben und dadurch mit Kunden aus diesen Kulturkreisen und Wirtschaftsräumen umgehen können. Von den über 350.000 deutschen Exportunternehmen sind weit über 90 Prozent kleine und mittelständische Betriebe.

Das von Industrie- und Handelskammern sowie Handwerksammern getragene  Bundesprogramm „Berufsbildung ohne Grenzen“ (www.berufsbildung-ohne-grenzen.de) bietet mit seiner professionellen und betriebsnahen Mobilitätsberatung bereits Hilfe bei Umsetzung von weltweiten Mobilitäten und kann gerade KMUs gezielt bei der Antragstellung und Finanzierung mit „AusbildungWeltweit“ unterstützen. „2017 sind über BoG bundesweit 2.345 Auslandspraktika realisiert worden“, so Dercks.