Die 79 IHKs in Deutschlands stehen Start-ups auf dem anspruchsvollen Weg von der Idee zur erfolgreichen Gründung zur Seite.

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist historisch gut. Immer mehr Arbeitgeber klagen sogar über akuten oder baldigen Fachkräftemangel. Das bedeutet aber auch: Selbstständigkeit steht derzeit nicht so hoch im Kurs. Die Zahl der Existenzgründer in Deutschland sank 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich.

In jüngster Zeit ist allerdings eine Trendwende zu spüren. Zaghaft noch, aber immerhin. „Endlich mehr Gründungsinteresse“, lautet der Titel des aktuellen „DIHK-Gründerreports 2018“. Nicht ohne Grund: Es ist Bewegung im Gründergeschehen.

„In immerhin 32 von 79 IHK-Regionen stieg im Jahr 2017 die Zahl der persönlichen Gespräche mit Gründungsinteressierten“, hält der Report fest. „Zudem verzeichnen die IHKs bundesweit verstärkten Zulauf zu Informationsveranstaltungen und IHK-Gründertagen, bei denen viele Menschen erstmals mit dem Thema Existenzgründung in Berührung kommen.“ Die Teilnehmerzahlen stiegen um zehn Prozent auf rund 68.400. Die Folgerung: „Die Zeit für Rückenwind aus der Politik ist günstig, um die Talfahrt im Gründungsgeschehen zu beenden und einen Anstieg der Gründungszahlen zu bewirken.“

Grundlage für den DIHK-Gründerreport sind Erfahrungsberichte der IHK-Existenzgründungsberaterinnen und -berater aus den 79 Industrie- und Handelskammern sowie eine statistische Auswertung zum IHK-Gründerservice. Eine dieser Beraterinnen ist Regina Rosenstock.

Die Gesamtbereichsleiterin Unternehmensförderung der IHK Bonn/Rhein-Sieg beobachtet einen weiteren interessanten Trend in ihrer Region: „Wir stellen fest, dass die heutigen Existenzgründer nicht aus der Not heraus handeln. Ihre Businesspläne beruhen auf stabilen Fakten, sie denken innovativ und nutzen ihre Chancen.“

Das ist gut für den Wirtschaftsstandort. Gründungen bereichern schon an sich das Wirtschaftsleben und geben wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung. „Chancengründungen sind dabei jedoch überdurchschnittlich bestandsfest und beschäftigungsintensiv“, betont die Gründungsexpertin, „daher haben sie auch volkswirtschaftlich einen hohen Stellenwert.“
 
Infos, Veranstaltungen und Netzwerke für Gründer
Traditionelle Gründungshochburgen sind die großen Metropolen und Metropolregionen, allen voran Berlin. Laut „Deutschem Startup Monitor“ sind dort rund 17 Prozent aller deutschen Start-ups ansässig. Dabei zeigt die Erfahrung: Wo es bereits viele Start-ups gibt, lassen sich gerne weitere Gründer nieder. Das hat mit dem Image solcher Orte zu tun, vor allem aber auch mit einer entsprechenden Infrastruktur, etwa Gründungszentren.

In den 79 IHKs finden Gründerinnen und Gründer aber ganz unabhängig davon, ob sie sich an einem „Gründer-Hotspot“ befinden oder nicht, versierte Partner auf dem Weg von der Geschäftsidee bis zur erfolgreichen Gründung – und darüber hinaus. Das Angebot der IHKs reicht von umfangreichen Informationen über persönliche Beratung bis zu Veranstaltungen – etwa Sprechtage mit Beratern von Förderbanken oder Ideenbörsen.

Ebenfalls gut für Gründer: Zahlreiche IHKs haben Netzwerke ins Leben gerufen, um Gründerinnen, Gründern und Jungunternehmen Foren für den Austausch untereinander und das Lernen voneinander zu bieten. Zudem gehen sie in ihren Regionen Kooperationen ein mit anderen für Gründungen relevanten Einrichtungen, um auf diese Weise den Nährboden für Existenzgründung zu erweitern.

Für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, sich selbstständig zu machen, ist es gut zu wissen, dass die 79 IHKs in Deutschlands Start-ups auf dem anspruchsvollen Weg von der Idee zur erfolgreichen Gründung zur Seite stehen.