Alt Hall

Juli/August 2019

Ein Grieche in Hall

Ob Gyros, Fisch, Lamm oder dry-aged Steak – da ist für jeden Geschmack etwas dabei: Genießen in der Region zu Gast im Alt Hall in Schwäbisch Hall.
Georgius Vasileiou sagt, „als Grieche in Deutschland lernt man die Mentalitätsunterschiede schnell kennen“, und lacht. Als er 2007 als neuer Pächter das „Alt Hall“ übernahm, lebte der gebürtige Grieche bereits einige Jahre in Sachsen. „Allerdings sind die Sachsen weitaus offener als die zurückhaltenden Hohenloher. Doch das wusste ich anfangs nicht“, erzählt er. „So legte ich einem Gast freundschaftlich die Hand auf die Schulter – wie das unter Südländern üblich ist – und erntete dafür komische Blicke“, erinnert er sich.
 
Dies ist inzwischen über zwölf Jahre her und heute kein Thema mehr, denn Vasileiou kennt seine Gäste inzwischen sehr gut und sie kennen ihn. Hall ist für ihn und seine Familie zur zweiten Heimat geworden. „Es ist ein beschauliches, ruhiges Städtchen, in dem meine drei Kinder gut aufwachsen können“, unterstreicht er. Und die Gelbinger Gasse sei eine der schönsten Gassen Deutschlands. „Schade ist nur, dass sämtliche Feste unten in der Stadt stattfinden und damit unsere Gasse nicht mehr so belebt wie früher ist “, erzählt er.
 
Stets neue Ideen

„Die Gastronnomie-Branche ist nicht einfach. Man wird immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt“, berichtet Vasileiou. Es sei beispielsweise schwierig, passendes Personal zu finden. Deutsche würden kaum als Aushilfen arbeiten wollen. So sei der Gastronom froh, auf seine Landsleute setzen zu können. Das Alt Hall ist ein Familienbetrieb. Die Mama steht in der Küche, die Schwiegermama packt im Service mit an. Wenn Not am Mann ist, springt auch seine Frau ein, die eigentlich zur Zeit die drei Kinder betreut. Vasileiou selbst ist immer zur Stelle. Er ist in einer Gastronomie-Familie groß geworden und weiß, wie „der Laden“ läuft. Von Kindesbeinen an war er immer mittendrin. Heute hat der gelernte Koch selbst zwölf Mitarbeiter.
 
Rund 200 Plätze innen und ein großer Garten stehen den Gästen für Familienfeiern, Firmenveranstaltungen oder „einfach nur zum gemütlichen Essen“ zur Verfügung und Georgius Vasileiou sorgt für immer neue Geschäftsideen. So zählt seit 2018 eine Vinothek mit weiteren 50 Plätzen zum Alt Hall. Dort gibt es kleine Häppchen und eine umfangreiche Weinkarte mit guten Tropfen aus aller Welt. Darüber hinaus bietet das Alt Hall seit Anfang diesen Jahres Catering für Familienfeiern und Firmenevents am Ort ihrer Wahl an.   
 
Dry-aged Steaks als Add-on
In einer kleinen Stadt wie Hall lebt das Geschäft von der positiven Mund-zu-Mund-Propaganda. „Unseren guten Ruf haben wir uns in den ersten zwei Jahren nach der Übernahme des Alt Halls hart erarbeitet“, erinnert sich Vasileiou an die anfänglichen Schwierigkeiten. Er musste sich erst beweisen. Eine attraktive Speisekarte und die Qualität der Speisen waren und sind dabei das A und O. Außer den typisch griechischen Gerichten wie Gyros mit Zaziki und Lamm gibt es seit einiger Zeit die dry-aged Steaks. Das Fleisch vom Hohenloher Weiderind reift mindestens sechs Wochen im hauseigenen Dry-Aging-Schrank. Besonders beliebt sind laut Vasileiou, dessen persönliche Favoriten die Fisch- und Steak-Gerichte sind, auch der „Dorfteller“ und die „Alt-Hall-Platte“.

„Unseren guten Ruf haben wir uns hart erarbeitet." - Georgius Vasileiou, Inhaber

Georgius Vasileiou mit seinem Team.

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Historische Gemäuer

Historisches Gemäuer
Über 300 Jahre lässt sich die Geschichte des Hauses zurückverfolgen. 1703 wurde das Gebäude bereits grundbuchamtlich erwähnt. Schon in dieser Zeit spielte der Keller für die Einlagerung von Bier eine erwähnenswerte Rolle. 1978 machte man die historischen Gewölbekeller für die Gastronomie nutzbar. Dafür wurden die Böden um rund 40 cm abgesenkt und eine Klimaanlage eingebaut. Schlussendlich wurde der Keller dann mit dem Erdgeschoß des Restaurants verbunden und ist heute fester Bestandteil des Alt Hall. Haalgeist-, Türmles-, Bräu- und Brunnenkeller bieten heute etwa 80 Gästen Platz.
 
Bei diesem Umbau achtete man auf liebevolle Details, die den Bezug zu traditionsreichen Haller Familien herstellten. So findet der aufmerksame Betrachter auf den geschmiedeten Lampen Familienwappen und typische Haller Motive des Künstlers Karl Nefzer. Auch die Namensänderung ging mit diesen Renovierungsarbeiten einher: Aus „Zur Stadt Heilbronn“ wurde „Gaststuben Alt Hall“. Als das Alt Hall 1978 neueröffnet wurde, standen jugoslawische Speisen auf der Karte. Doch kurz danach bewirtschaftete der erste Grieche die Gaststuben. Ein weiterer folgte, bis Familie Vasileiou 2007 das Restaurant übernahm.          
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