Das hat Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg im Fall einer schwerbehinderten Lehrerin entschieden, die nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit von ihrem Arbeitgeber unter Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung die Wiedereingliederung beantragte. Der Arbeitgeber lehnte diese zunächst ab.
 
Erst nach Vorlage einer weiteren ärztlichen Bescheinigung erfolgte ihre Wiedereingliederung. Anschließend forderte sie für die verspätete Wiedereingliederung entgangenes Gehalt in Höhe von 2.278 Euro.
 
In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass ein schwerbehinderter Arbeitnehmer eine anderweitige Beschäftigung auch im Rahmen einer Wiedereingliederung verlangen könne. Erforderlich sei dafür eine ärztliche Bescheinigung, aus der sich Art und Weise der empfohlenen Beschäftigung, Beschäftigungsbeschränkungen, Umfang der Arbeitszeit, Maßnahmedauer sowie eine Prognose für die Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit ergeben müssen.
 
Diese Angaben habe bereits die erste ärztliche Bescheinigung enthalten. Der Arbeitgeber habe es schuldhaft versäumt, den ersten Wiedereingliederungsplan zu akzeptieren. Hinsichtlich der Kausalität sei der ursprünglich prognostizierte Zeitpunkt der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zugrundezulegen. Der Arbeitgeber habe keine Indizien für die Fehlerhaftigkeit der ärztlichen Bescheinigung benannt, der Anspruch sei daher begründet.
(Urteil des Landesarbeitsgerichts – LAG – Berlin-Brandenburg vom 23. Mai 2018; Az.: 15 Sa 1700/17)