Fehlt dieser Hinweis, beginnt die zweimonatige Beschwerdefrist nicht zu laufen. Das hat das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg im Fall eines Betriebsrates entschieden, der nach Ablauf der Zweimonatsfrist Beschwerde gegen die Ersetzung einer Zustimmung in einem Eingruppierungsfall eingelegt hatte.
 
In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass die Rechtsmittelbelehrung fehlerhaft sei, wenn sie zwingend erforderliche Angaben nicht enthalte, diese unrichtig wiedergebe oder wenn sie geeignet sei, bei dem Betroffenen einen Irrtum über die formellen oder materiellen Voraussetzungen des in Betracht kommenden Rechtsmittels hervorzurufen und ihn damit abzuhalten, das Rechtsmittel überhaupt rechtzeitig oder in richtiger Form einzulegen.
 
Vorliegend habe der Hinweis auf die Wahlmöglichkeit zwischen Schriftform und elektronischer Form gefehlt, sodass die Rechtsmittelbelehrung fehlerhaft gewesen sei. Die Zweimonatsfrist sei daher nicht maßgeblich gewesen. Stattdessen habe die Frist von fünf Monaten nach Verkündung gegolten (vgl. Paragraph 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG).
(Beschluss des Landesarbeitsgerichts – LAG – Baden-Württemberg vom 09. Mai 2018; Az.: 4 TaBV 7/17; Rechtsbeschwerde zugelassen wegen grundsätzlicher Bedeutung)