Das hat das Landesarbeitsgericht Thüringen im Fall eines Sachbearbeiters in einem Gesundheitsamt entschieden. Der Arbeitgeber forderte die Mitteilung der privaten Mobilfunknummer und erteilte aufgrund der Weigerung des Arbeitnehmers eine Abmahnung.
 
In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass die Erfassung der privaten Mobiltelefonnummer eines Arbeitnehmers gegen seinen Willen wegen des darin liegenden äußerst schwerwiegenden Eingriffs in das allgemeine Persönlichkeitsrecht nur dann ausnahmsweise zulässig sei, wenn der Arbeitgeber ohne Kenntnis der Mobilnummer im Einzelfall eine legitime Aufgabe, für die der Arbeitnehmer eingestellt sei, nicht, unvollständig oder nicht rechtmäßig erfüllen könne und ihm eine andere Organisation zur Aufgabenerfüllung unmöglich oder unzumutbar sei. Vorliegend sei die Herausgabe der Mobilnummer weder zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses noch zu Zwecken des Personaleinsatzes erforderlich.
 
Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht wiege außerordentlich schwer und stehe außer Verhältnis zu den ihn rechtfertigenden Gründen. Dem Arbeitgeber stünden andere, arbeitsrechtlich und datenschutzrechtlich zulässige Gestaltungsmittel zur Absicherung von Notfalleinsätzen zur Verfügung. Die Abmahnung sei daher rechtswidrig und aus der Personalakte zu entfernen.
(Urteil des Landesarbeitsgerichts – LAG – Thüringen vom 16. Mai 2018; Az.: 6 Sa 442/17)