Das hat das Bundesarbeitsgericht im Fall einer Universitätslektorin entschieden, die mit ihrem Arbeitgeber mehrere aufeinander folgende befristete Arbeitsverhältnisse abgeschlossen hatte. Anlässlich des zuletzt geschlossenen Vertrages wurde schriftlich vereinbart, dass nicht zuvor bereits ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden habe.
 
In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass die Vertragsparteien mit dem Abschluss eines weiteren befristeten Arbeitsvertrages ihr Arbeitsverhältnis auf eine neue Rechtsgrundlage stellten, die künftig allein für ihre Rechtsbeziehungen maßgeblich sei. Damit werde ein etwaiges unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgehoben. Allerdings stehe es den Vertragsparteien frei, sich in dem nachfolgenden befristeten Arbeitsvertrag ausdrücklich oder konkludent das Recht vorzubehalten, die Wirksamkeit der vorangegangenen Befristung überprüfen zu lassen.
 
Dann werde die Befristungskontrolle auch auf den davor liegenden Vertrag eröffnet. Ein derartiger Vorbehalt müsse aber vertraglich vereinbart werden, ein einseitig erklärter Vorbehalt einer Vertragspartei sei dafür nicht ausreichend.
(Urteil des Bundesarbeitsgerichts – BAG – vom 25. April 2018; Az.: 7 AZR 181/16)