Das hat das Arbeitsgericht Köln im Fall einer Fachkraft für Sicherheit in einem Sicherheitsunternehmen entschieden. Der Arbeitgeber hatte nach Meinungsverschiedenheiten zwei Abmahnungen und eine fristlose Kündigung ausgesprochen, gegen die der Arbeitnehmer klagte. Nach der Güteverhandlung erwiderte der Arbeitgeber entgegen gerichtlicher Auflage nicht schriftsätzlich und erschien auch zum Verhandlungstermin nicht.
 
Antragsgemäß entschied das Gericht nach Aktenlage und gab der Klage statt. In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass in Anbetracht des Nichterscheinens des Arbeitgebers im Kammertermin nach Lage der Akten entschieden werden konnte, weil bereits im Gütetermin eingehend zu allen Anträgen mündlich verhandelt worden sei. Anders als im Zivilverfahren sei die Güteverhandlung ein vollwertiger Termin und diene als Bestandteil dem arbeitsgerichtlichen Beschleunigungsgrundsatz.
 
Dadurch solle die Verzögerung von Rechtsstreitigkeiten erschwert werden. Bei Säumnis sei daher mit einem Versäumnisurteil oder bei Entscheidungsreife mit einer Entscheidung nach Lage der Akte zu rechnen. Es habe vorliegend nicht ansatzweise einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung gegeben; sie sei daher unwirksam.
(Urteil des Arbeitsgerichts – ArbG – Köln vom 24. Juli 2018; Az.: 8 Ca 2481/18)