In der Chronik heißt es, dass in den Jahren 1379/1380 die Reichsstädte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl die Stadt Crailsheim belagerten. Als die Lebensmittel knapp wurden, entschlossen sich die Crailsheimer zu einer schlauen Taktik: Um Überfluss vorzutäuschen, stellten sie aus den letzten Mehlvorräten Horaffen her und warfen sie über die Stadtmauern zu ihren Belagerern hinüber. Zur dieser Tat stieg die Bürgermeisterin kurzerhand auf die Mauer und zeigte den Feinden unverblümt ihr üppiges Gesäß.

Laut der Geschichte war das Hinterteil der Dame mit Bart und Augen bemalt woraufhin die Feinde „Haaraffe“ (haariger Affe) riefen und unverrichteter Dinge von dannen zogen. Zur Erinnerung an den unblutigen Sieg wird alljährlich am Mittwoch vor Fastnacht ein Stadtfeiertag gehalten, an dem die traditionellen Horaffen an Kinder verteilt werden.