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Firmenporträt Quittebitte
10. Juli 2019
Firmenporträt Quittebitte

Quitte, bitte!

Erdbeeren, Kirschen, Orangen und Quitten – sie alle landen im Kochtopf von Stefanie Tuncer von „Quittebitte“.
Vor gut elf Jahren fing in Heilbronn alles an: Stefanie Tuncer kochte im Herbst 2008 Quittengelee und Quittenmus aus den Früchten ihres eigenen Quittenbaumes für Familie und Freunde ein. Die Produkte kamen so gut an, dass sie zusammen mit ihrer Freundin Hiltrud Schönweitz entschied: „Komm, das machen wir jetzt professionell.“ Und so ließen sich die beiden Frauen in Kennzeichnungen und Hygienevorschriften schulen, aufgrund derer im Wohnhaus der Tuncers eine extra Küche eingebaut wurde. Und Quittebitte war gegründet.
 
Stundenlang standen die Freundinnen ab diesem Zeitpunkt in jener Küche, putzten und entkernten Früchte, probierten neue Rezepte und füllten die fertigen Konfitüren in Gläser ab. „Als wir noch ganz am Anfang standen, war die Herstellung von 120 Gläsern schon ein riesiger Erfolg für uns. Ein Meilenstein, auf den wir stolz waren. Heute sind 120 Gläser das Minimum, was ich pro Sorte herstelle“, erklärt Stefanie Tuncer, die das Unternehmen mittlerweile alleine führt. Ihre Freundin Hiltrud Schönweitz entschied nach vier Jahren, „Quittebitte“ aus Zeitgründen zu verlassen.
 
Jede Frucht hat ihre Zeit
Im September 2009 kamen die ersten Gläser der beiden Frauen in den Verkauf: Kirschkonfitüre und weißes Johannisbeer-Himbeer- Gelee. Mittlerweile kann man bei „Quittebitte“ rund 26 verschiedene Produkte kaufen. Die Früchte für die Konfitüren, Marmeladen und Gelees kommen zum größten Teil aus der Region und werden nur verarbeitet, wenn diese reif sind. Tuncer: „Jede Frucht hat ihre Zeit: Zuerst wird der Rhabarber reif, dann die Erdbeeren, die Himbeeren, Kirschen und Aprikosen, im Herbst dann Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Quitten.“
 
Sie produziert die süßen Brotaufstriche ihrer Saison entsprechend und verkauft die Gläser über das ganze Jahr. So kommt Tuncer dieses Jahr auf ungefähr 600 Gläser Erdbeerkonfitüre. „Wenn die im November ausverkauft ist, dann kann ich sie nicht nachproduzieren. Daher am besten gleich mehrere Gläser kaufen oder einfach eine neue Sorte ausprobieren“, erzählt die Inhaberin mit einem Schmunzeln.
 
Ohne Konservierungsstoffe
Die Produkte werden ohne Zugabe von Konservierungs- und Farbstoffen sowie ohne Geschmacksverstärker gekocht. Auch künstliche Aromen findet man in den Konfitüren nicht. „Viele Menschen haben heutzutage keine Zeit mehr, sich in die Küche zu stellen und Marmelade einzukochen. Gerade Früchte wie Kirschen sind aufwendig zu verarbeiten. Das machen nicht mehr viele. Dennoch lieben die Menschen Marmeladen, Konfitüren und Gelees. Vor allem wenn diese noch so schmecken wie bei Oma oder bei der Mama. Und das bekommen sie bei ‚Quittebitte‘“, erklärt Tuncer nicht ohne Stolz.

„Unsere Marmeladen schmecken wie bei Oma oder Mama." - Stefanie Tuncer, Inhaberin 

 
 

Für jeden Geschmack etwas dabei: Quittebitte verfügt über ein vielseitiges Angebot.

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Firmenkunden
Neben dem eigenen Online-Shop kann man die Gläser unter anderem in Heilbronn bei Nothwang an der Käsetheke der Galeria Kaufhof, Edeka Ueltzhöfer und Tabak Sasse kaufen. Zudem stehen die Konfitüren auf den Heilbronner Frühstücksbüfetts im Kaffeehaus Hagen und im Mercure Hotel. Tuncer bekommt auch deutschlandweit immer wieder Anfragen von Unternehmen, die für ihre Kunden oder Mitarbeiter beispielsweise ein besonderes Weihnachtspräsent wünschen. So hat sie unter anderem auch für Edeka Ueltzhöfer eine eigene Konfitüre, die „Beeerbel“ entwickelt: Eine Beerenmischung mit und ohne Vanille. „Das ist der Vorteil eines kleinen Unternehmens. Ich kann ganz flexibel auf die Kundenwünsche reagieren“, erklärt Stefanie Tuncer diesen Geschäftszweig, der den Großteil ihres Erfolges ausmacht.

Nichtdestrotz liegen ihr auch die privaten Kunden am Herzen. Und so findet man sie zum Beispiel regelmäßig auf dem Markt im Botanischen Obstgarten in Heilbronn. „Ich bin mir sicher, Konfitüre macht glücklich. Ich liebe es, wenn die Besucher am Stand direkt meine Produkte probieren können und dann sofort anfangen zu strahlen. Dann habe ich alles richtiggemacht“, schwärmt die studierte Textilbetriebswirtin.
 
Jubiläumsedition
„Quittebitte“ feiert dieses Jahr 10-jähriges Jubiläum. Anlässlich dieses Ereignisses hat Stefanie Tuncer zwei Jubiläumsgelees entwickelt. „Seit Jahren möchte ich mal etwas Besonderes auf den Markt bringen. Und wenn nicht jetzt – anlässlich diesen Jubiläums – ja, wann denn dann“ fragt die Unternehmerin. Und so stehen jetzt die Gelees „Pina Colada“ mit Kokos, Ananas und Rum sowie „Caipirinha“ mit Limette, braunem Zucker und Cachacha im Regal.

Ihrem Mann haben die neuen Kreationen schon mal gut geschmeckt. Er ist der Vorkoster wenn Stefanie Tuncer neue Rezepte ausprobiert. „Mein Mann ist durchaus auch mal kritisch, aber die neuen Sorten haben ihn überzeugt“, erzählt sie. Beide Gelees wird es über das ganze Jahr hinweg geben.
 
Bitterorange
Bei der Frage nach ihrer Lieblingsmarmeladen- oder -konfitürensorte muss Stefanie Tuncer nicht lange überlegen. „Ich esse am liebsten die Bitterorangenmarmelade. Die Anregung dazu bekam ich durch ein Rezept in einem Kochbuch, das ich noch ein bisschen verfeinert habe.“ Und welche Konfitüren verkaufen sich am besten? „Ja, das sind schon die Klassiker: Erdbeer, Himbeer und natürlich alles von der Quitte“, erzählt die begeisterte Marmeladenköchin, die auch nach zehn Jahren nicht müde wird, stundenlang Früchte zu putzen und zu entkernen um sie anschließend zu köstlichen süßen Brotaufstrichen zu verarbeiten. 
 
  Für jeden Geschmack etwas dabei: Quittebitte verfügt über ein vielseitiges Angebot.  Zum Jubiläum etwas Exotisches: Pina Colada und Caipirinha Gelee.  Stefanie Tuncer.

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