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06. Februar 2019
Firmenporträt Groninger

Groninger liefert Anlagen in alle Welt

Seit 38 Jahren dreht sich beim Crailsheimer Familienunternehmen Groninger alles um die Entwicklung und Produktion von Anlagen zur Abfüllung von flüssigen und viskosen Pharmaprodukten.
Ob Endverbraucher, Kunde oder Mitarbeiter – der Mensch steht bei Groninger im Mittelpunkt des Denkens und Handelns.

„Unsere Anlagen füllen Flüssigkeiten ab, die Menschen überall auf der Welt ein gesünderes, sichereres und damit besseres Leben ermöglichen“, sagt Jens Groninger, Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers Horst Groninger. Gemeinsam mit Josef Veile führt er das Familienunternehmen am Standort Crailsheim. Sein Bruder Volker Groninger leitet den zweiten deutschen Standort in Schnelldorf.

Heute zählt Groninger zu den Weltmarktführern der Region und erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Umsatz von 170 Millionen Euro, Tendenz steigend.
 
Vom Anfang bis heute
1980 gründete der Langenburger Horst Groninger das Sondermaschinenbauunternehmen in Crailsheim. Die erste Maschine stand in einer Apotheke, die ihre Flüssigkeiten damals per Hand nach Bedarf abfüllte. Heute laufen auf manchen Groninger-Anlagen bis zu 60.000 Spritzen pro Stunde durch: so auch bei der im Herbst in Betrieb genommenen Anlage für die Rentschler Fill Solutions GmbH in Österreich, die von kleinen bis mittelgroßen Chargen bis zu derartigen Mengen flexibel abfertigen kann.

Der Markt befindet sich im Wandel. Neue Pharma-Produkte werden schneller zugelassen, der Differenzierungsgrad steigt. Einerseits besteht die Nachfrage nach großen Chargen wie bei Grippe-Impfungen, andererseits werden spezielle Medikamente in deutlich kleineren Mengen benötigt.
Flexibilität heißt das Zauberwort – sowohl bei den Kapazitäten als auch bei der Umrüstung einer Anlage.

Jede Groninger-Anlage ist einzigartig und komplett auf ein spezifisches Problem ausgerichtet. Gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten die Spezialisten eine individuelle Lösung. Bis zur Inbetriebnahme vergehen bis zu eineinhalb Jahre. In Zukunft will das Unternehmen schneller auf Kundenanfragen reagieren können und wird deshalb einige Komponenten standardisieren.
 
Digitalisierung und Automation
Die Maschinen sind komplett miteinander vernetzt. „Man kann sich jederzeit von überall auf der Welt in unsere Anlagen einwählen und deren Vorgänge überwachen“, erklärt Groninger. Aufgrund des Umgangs mit hochtoxischen Produkten laufen viele Prozesse vollautomatisch ab. Bedienersicherheit ist hier das Stichwort. Die Mitarbeiter müssen die Maschine verstehen, die richtigen Schlüsse ziehen und entsprechende Maßnahmen einleiten können.
 
Crailsheim als Drehscheibe zur Welt
„Crailsheim liegt mitten in Europa, das ist ein entscheidender Standortvorteil“, sagt Groninger. Das Unternehmen liefert seine Abfüll- und Verschließanlagen in alle Teile der Welt. Die nahe  Autobahnanbindung ist ein Plus – wie auch die schnelle Erreichbarkeit verschiedener Flughäfen.

Die ländliche Lage bietet Platz zu wachsen. „Allerdings ist das Ländliche auch Fluch und Segen zugleich“, sagt Groninger. Denn es gelingt dem Unternehmen zwar, viele ihrer Fachkräfte aus der Region zu rekrutieren und zu binden, aber andere aus der Großstadt anzulocken und für die Region zu begeistern, fällt oft schwerer.


„Unsere Anlagen füllen Flüssigkeiten ab, die Menschen überall auf der Welt ein gesünderes, sichereres und damit besseres Leben ermöglichen.“ - Jens Groninger, Geschäftsführer

Jens Groninger, Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers Horst Groninger.

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Vanessa Wimberger, ehemals die erste weibliche Auszubildende in der Elektrotechnik bei Groninger.

Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter
„Unsere Mitarbeiter sind für uns das höchste Gut“, berichtet Groninger. „Wir nehmen sie ernst, hören ihnen zu und möchten, dass sie sich aktiv einbringen.“ Technisches Interesse sollte ein potenzieller Mitarbeiter genauso mitbringen, wie Ideen im Kopf zu haben und neugierig auf andere Kulturen zu sein. Denn Reisen in ferne Länder stehen bei der Installation einer Anlage vor Ort nicht selten mit auf dem Programm.

Um Mitarbeiter zu binden, bietet Groninger mehr als flexible Arbeitszeiten und Gleitzeitmodelle, Betriebsrestaurant, betriebliche Altersversorgung und ein jährliches Sommerfest. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns als Familienunternehmen immens wichtig“, sagt er weiter. Auch die Elternzeit bei Männern gewinnt an Bedeutung und wird vom Unternehmen unterstützt. Denn diese würde der sozialen Kompetenz der Kollegen gut tun. Und sollte der Nachwuchs mal nicht untergebracht werden können, gibt es ein speziell eingerichtetes Eltern-Kind-Büro.
 
Nachwuchs begeistern und fördern
Der Nachwuchs ist das Potenzial der Zukunft. Rund zehn Prozent der Belegschaft sind bei Groninger Auszubildende – 113 sind es derzeit. „Sie sind vom ersten Tag an vollwertige Kollegen“, sagt der  Geschäftsführer. „Unsere Mitarbeiter sollen sich von Anfang an wohl und wertgeschätzt fühlen.“ Kennenlernen und Vernetzen sind dabei zentrale Elemente, denn nur so kann ein Weltmarktführer mit insgesamt rund 1.200 Mitarbeitern trotzdem familiär sein und bleiben. Die Azubis übernehmen schnell Verantwortung und organisieren selbständig diverse Veranstaltungen – darunter Schnuppertage für die Kleinsten.

Mehrmals im Jahr kommen Kindergartengruppen aus der Region für ein paar Stunden auf das Firmengelände und basteln kleine Roboter. Spezielle Projektwochen gibt es auch für Schüler der neunten Klassen verschiedener Crailsheimer Schulen. Sieben Tage lang vermitteln die Azubis beim Arbeiten mit den Schülern ihre Faszination von Technik. Am Ende der Ausbildung steht eine gemeinsame Feier in lockerer Atmosphäre. „Für uns ist dies eine Möglichkeit, unseren Auszubildenden unsere Wertschätzung zu zeigen, etwas zurückzugeben und einfach ‚Danke‘ zu sagen“, erklärt Groninger.

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