IHK + Region

19. Dezember 2018
Firmenporträt Holz Hauff

Next level, please

Genauso beständig wie der Werkstoff Holz ist seit Generationen das Leingartener Unternehmen Holz Hauff aufgestellt. Damit dies so bleibt, wurden mit der Übergabe an die Söhne die Weichen auf Zukunft gestellt.
Früher war alles – nein, nicht besser, es war anders. Als Karl Hauff im Jahre 1933 in Leingarten Holz-Hauff gründete, wurden die ersten Geschäfte noch im Wohnzimmer gemacht und Lieferungen mit dem Pferdegespann ausgefahren.

Seitdem hat sich das Familienunternehmen über drei Generationen hinweg zu einem der führenden regionalen Holzhändler im privaten und gewerblichen Bereich mit rund 100 Mitarbeitern entwickelt und bewegt sich auf etwa 35.000 Quadratmetern Grundfläche, allein 15.000 hiervon sind Hallenfläche. Und es stehen weitere Veränderungen ins Haus. Denn mit Sebastian und Fabian Hauff tritt die vierte Generation in die traditionsreichen Fußstapfen des Vaters Werner Hauff.
 
Komplexer Vorgang
„Früher war so eine Firmenübergabe noch eher spontan und hemdsärmelig – wir sind eben ins Unternehmen reingewachsen“, berichtet Werner Hauff und ergänzt: „Da war bei einem Geschäft auch noch ein Handschlag gültig. Das hatte Vor-, aber natürlich auch Nachteile.“ Heute gestaltet sich eine Unternehmensnachfolge wesentlich komplizierter. Das weiß auch Jürgen Becker, Nachfolgemoderator bei der IHK Heilbronn- Franken: „Die Übergabe eines Unternehmens – egal ob familienintern oder an einen externen Übernehmer – kann sich oftmals über drei bis zu fünf Jahre hinziehen. Den Übergebern ist anfangs oft gar nicht bewusst, wie komplex die Vorgänge sind, die damit zusammenhängen.“
 
Deshalb rät Becker auch jedem Unternehmer sich rechtzeitig mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Becker: „Zumindest einen sogenannten Notfallkoffer, für den Fall, dass der Chef ausfällt, sollte sich jeder Unternehmer frühzeitig zulegen, so dass im Fall der Fälle zumindest der Betrieb weitergehen kann und das gesamte Unternehmen nicht in Schieflage gerät.“
 
Ein Rat, den auch Werner Hauff beherzigt hat. So hat sich der heute 62-Jährige bereits im Alter von 55 Jahren erstmals ernsthaft mit seiner Nachfolge auseinandergesetzt. Werner Hauff: „Ich wollte nicht mehr nur das Erarbeitete verwalten und in einen Alltagstrott geraten, der keinen Fortschritt mehr generiert. So etwas ist für ein Unternehmen langfristig tödlich.“
 
Frischer Wind
So hat sich der Seniorchef mit seinen drei Söhnen zusammengesetzt und beratschlagt. Während der Jüngste, Julian, derzeit noch kein Interesse hat aktiv einzusteigen, war für Fabian und Sebastian sofort klar, dass sie das machen wollen. Anders als der Vater, haben sich die beiden ihre beruflichen Sporen allerdings nicht im väterlichen Betrieb erworben, sondern sind zunächst eigene Wege gegangen.
 
Werner Hauff: „Für mich und meine Frau Hannelore war immer klar: wir unterstützen die Kinder wo wir können aber die müssen erst mal raus. Sonst wird man betriebsblind.“ Nach Realschule, Abitur und einem Studium der Holzbetriebswirtschaft, arbeitete Fabian Hauff bei einem bayrischen Holzfachhändler in Nürnberg und Bayreuth und lernte die Holzbranche dort von der Pike auf kennen. Heute profitiert der 32-Jährige von diesen Erfahrungen, bringt sein Wissen im Rahmen der Digitalisierung und Optimierung von den seither eher traditionellen Arbeitsabläufen in die Firma ein.
 
Sein Bruder Sebastian studierte Betriebswirtschaftslehre in Konstanz, arbeitete als Geschäftsführer bei einem regionalen Unternehmen für Erneuerbare Energien und Photovoltaik, anschließend zwei Jahre bei einem Softwareunternehmen in der Schweiz. Und so profitieren mittlerweile alle voneinander: der Vater, der entlastet ist, aber immer noch mit Rat und Tat zur Seite steht und die Brüder, die sich optimal ergänzen und das Unternehmen jetzt auf ein „neues Level“ heben und frischen Wind ins Unternehmen bringen können.

Familienunternehmen: Fabian (von links), Werner und Sebastian Hauff.

Rechtzeitig vorgesorgt
Werner Hauff: „Ich bin froh, dass ich mich rechtzeitig mit dem Generationswechsel befasst und mich von Jürgen Becker habe unterstützen lassen. Ohne seine Tipps – vor allem auch für den Notfall vorzusorgen – wäre manches wohl nicht so gelaufen.“ Denn im März 2017, mitten im andauernden Übergabeprozess, geschah von heute auf morgen das Unerwartete: Werner Hauff erkrankte an einer Gehirnentzündung. Hauff: „Die Übergabe war seinerzeit glücklicherweise bereits operativ abgeschlossen und dank des Notfallplanes hatte ich auch einen Buchhalter, der über alle diesbezüglichen privaten und geschäftlichen Vorgänge informiert war, so dass der Betrieb reibungslos weiterlaufen konnte. Wäre dies nicht der Fall gewesen – ich weiß nicht was passiert wäre.“
 
Mittlerweile ist auch diese schwere Zeit überstanden und Vergangenheit. Die Weichen stehen auf Zukunft. Eines allerdings wird sich in dem Familienunternehmen auch zukünftig nicht ändern. Sebastian Hauff: „Wir werden immer bodenständig und solide bleiben.“ 
 
Auf einen Blick
Holz Hauff wurde 1933 von Karl Hauff in Leingarten gegründet. Heute ist das Familienunternehmen eines der führenden regionalen Holzhändler im privaten und gewerblichen Bereich. Geführt wird das Unternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern von Sebastian (36) und Fabian (32) Hauff in vierter Generation.  
 

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