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09. Oktober 2018
Firmenporträt Specht

Mit Kreativität zur Nudelmanufaktur

Die „Nudeln vom Specht“ haben sich als Marke etabliert.
Die Voraussetzungen auf dem Hof der Familie Specht in Orendelsall bei Zweiflingen waren gut, um etwas Neues zu wagen. „Die Hennen waren schon da und das Haus sind auch mal zu große dabei.“ Diese Eier ließen sich im Direktverkauf, der bereits vorhanden war, nur schwer vermarkten.

Als Zutat für Nudeln sind sie ideal. Und so war der erste Schritt zur heute so erfolgreichen Nudelmanufaktur getan. Im kommenden Jahr besteht sie bereits seit 25 Jahren. Die „Nudeln vom Specht“ haben sich zur Marke entwickelt, die im Hofladen in Orendelsall und bei Partnern im Einzelhandel verkauft wird.

Im Keller gestartet
„Wir haben die Produktion im Keller des Wohnhauses gestartet“, beschreibt Andrea Specht die Anfänge. Die erste Nudelmaschine wurde gebraucht von einem Nudelhersteller aus Schwäbisch Hall gekauft. Und dann ging es los mit der Produktion. Gleich zwölf Sorten umfasste das Sortiment vom Start weg. Das Rezept klingt einfach. „Wir nehmen so viele Eier, wie der Grieß fasst.“ So werden die Nudeln besonders bissfest. Dennoch waren viele Versuche notwendig, bis die Bandnudeln, Suppennudeln, Spaghetti und weitere Sorten in den Verkauf gehen konnten.

Neben dem Know-how in der Herstellung ist vor allem die Qualität der Zutaten entscheidend. Der Grieß wird von ausgewählten Lieferanten bezogen. Die Eier aus Boden- und Freilandhaltung kommen vom eigenen Hof und ausgewählten Partnern. „Wenn wir Nudeln machen, treten war neu, als ich auf den Hof kam“, erzählt Andrea Specht. „Und ich habe meinen Platz gesucht.“ Was nicht bedeutet, dass es an Arbeit gemangelt hätte.

Der Hof der Familie ist ein traditioneller landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb. Dazu gehören die Hühnerhaltung und die Aufzucht von Mastschweinen. Auf den eigenen Äckern wird das Futter für die Schweine angebaut. Andrea Specht wollte aber dazu noch etwas Eigenes aufbauen. Auf die Idee für die Nudelproduktion brachten sie die Hühner. „Es gibt immer Eier, die von der Größe her nicht der optimalen Verkaufsnorm entsprechen“, erklärt sie. „Die Junghennen legen zuerst nur ziemlich kleine Eier. Bei den anderen wir mit einem hohen Qualitätsanspruch an“, betont Andrea Specht. „Das ist eines unserer Alleinstellungsmerkmale. Dazu kommt die Sortenvielfalt.“

Von den ursprünglichen zwölf Sorten ist die Auswahl im Lauf der Jahre beträchtlich gewachsen. Nudeln aus 100 Prozent Dinkelgrieß gehören inzwischen ebenso zum Sortiment wie Produkte ohne Ei. Etwas ganz Besonderes sind die Spezialitäten mit Geschmacksrichtungen wie Bärlauch, Tomate- Knoblauch, Zitrone-Riesling oder sogar Schoko. Die passenden Rezepte werden auf der Webseite gleich dazu vorgestellt.

Andrea und Rainer Specht.

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Wachstum Schritt für Schritt
Im November 2016 hat die Nudelproduktion die Kellerräume verlassen und ist nicht weit entfernt in ein neu errichtetes, mit ELR-Mitteln gefördertes Gebäude umgezogen. Beim mit Holz verkleideten Bau wurde auf größtmögliche Energieeffizienz und Nachhaltigkeit geachtet. Die Nudelproduktion hat hier großzügige Räume gefunden. Inzwischen ist die technische Ausstattung beeindruckend. Mehrere Maschinen für die Herstellung der verschiedenen Nudelsorten, drei große, neue Trockenschränke und eine Abfüllmaschine. Drei Mitarbeiter in Teilzeit arbeiten hier und fünf Minijobber.

Für die Manufaktur-Chefin ist Wachstum aber nicht das Hauptziel. „Wir haben versucht, eine Marke zu etablieren. Wachstum Schritt für Schritt ist uns wichtiger als große Mengen. Wir wollen bewusst regional sein.“ Das Marketing für die Nudeln vom Specht wird daher nicht mit groß angelegter Werbung, sondern mit gezielten Events wie Showkochen bei der Landesgartenschau in Öhringen unterstützt. Im eigenen Hofladen, der sich im gleichen Gebäude wie die Herstellung befindet, wird das Nudelsortiment durch viele Produkte ergänzt, die zur perfekten Nudelmahlzeit passen. Und die Eier dürfen natürlich auch nicht fehlen. 

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