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29. August 2018
Camping- und Reisemobiltourismus

Campingtourismus gefragt wie nie

BWIHK veröffentlicht Studie zum Camping- und Reisemobiltourismus.
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V (BVCD) Baden-Württemberg hat der BWIHK eine Studie für das wichtige Tourismussegment erstellt, das rund 20 Prozent der freizeittouristischen Übernachtungen in Baden-Württemberg ausmacht und über 300 Millionen Euro Wertschöpfung generiert.
 
„‘Mobiler Tourismus‘ ist gerade in Zeiten der weltweiten Krisen mehr und mehr im Trend. Die Camping- und Ferienparks im Land boomen genauso wie die Absatzzahlen der Hersteller. Gleichzeitig wird kein Segment so sehr unterschätzt. Vor diesem Hintergrund hat die IHK-Organisation in Baden-Württemberg zentrale Kennzahlen, Daten und Best-Practice-Beispiele zusammengetragen, die wir offiziell vorstellen“, erläutert Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der im BWIHK für den Bereich Tourismus federführenden IHK Nordschwarzwald.
 
All dies macht die Campingbranche zu einem außerordentlich wichtigen Segment vor allem im Familien- und Ferientourismus im Land. „Viele denken bei Camping an einen ‚Urlaub auf Sparflamme‘ Das trifft auf den Camping- und Reisemobiltourismus aber schon lange nicht mehr zu. Allein ein Blick auf die Umsätze zeigt dies deutlich. Nicht nur der Marktanteil ist hoch, sondern genauso die Ausgaben der Campinggäste.“ betont Keppler.
 
Nach Erhebungen des dwif e.V. und Berechnungen der ift GmbH gaben Campingtouristen im Jahr 2016 rund 324 Millionen Euro in Baden-Württemberg aus. Davon profitieren neben den Campingunternehmen vor allem die Gastronomie, der Einzelhandel und die Freizeitbranche.
 

"Die Camping- und Ferienparks im Land boomen." - Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer IHK Nordschwarzwald

 
Zu den Zahlen
Durch den Trend zum Urlaub im eigenen Land, hat die Campingwirtschaft erhebliche Marktanteile gewonnen. In der amtlichen Statistik werden in Baden-Württemberg 2017 1,25 Millionen Ankünfte (+5,3 Prozent) und 4 Millionen Übernachtungen (+6,4 Prozent) im Touristikcamping auf Campingplätzen gezählt.
 
Fast 30 Prozent der Gäste kommen aus dem Ausland. Der Marktanteil der Campingübernachtungen an allen Übernachtungen ist kontinuierlich auf über 7 Prozent gestiegen.
 
Da deutlich über 90 Prozent der Campingübernachtungen freizeittouristische Übernachtungen sind und bei allen Übernachtungen, insbesondere in der Stadthotellerie, ganz überwiegend wirtschaftstouristische Übernachtungen stattfinden, dürfte nach BWIHK-Schätzungen der Marktanteil des Campingtourismus an allen freizeittouristischen Übernachtungen bei über 20 Prozent liegen.
 
Dauercamping hat in Baden-Württemberg immer noch einen Anteil an allen Standplätzen von etwas über 50 Prozent. Berücksichtigt man die rund 5.000 Stellplätze auf Wohnmobilstellplatzanlagen als Touristikstandplätze, so sinkt der Anteil der Dauercampingstandplätze an allen Standplätzen auf 45 Prozent. Der Anteil der Plätze, auf denen Mieteinheiten untergebracht sind, beträgt in Baden-Württemberg nur 4,5 Prozent.

Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer IHK Nordschwarzwald

Blick in die Branche
Viele Betriebe haben in den letzten Jahren in deutliche Qualitätsverbesserungen investiert. So sind Wellness, Sportangebote, Gastronomie, Animationsprogramme sowie vermietbare Einheiten bei Unternehmen im 4- und 5-Sterne-Bereich obligatorisch. Auch einige der wichtigsten Hersteller von Freizeitfahrzeugen und Freizeitausrüstungen, wie die Hymer Gruppe, Dethleffs oder Carthago sind in Baden-Württemberg beheimatet.
 
Nicht vergessen werden dürfen hier auch die Zulieferer dieser Produzenten. Selbst bei Zeltausrüstern kommt mit Herzog Zelten ein überregionaler Anbieter aus Baden-Württemberg. Angesichts der anhaltend hohen Verkaufszahlen von Campingfahrzeugen und Campingausrüstung und der langen Lebensdauer, ist davon auszugehen, dass die Campingwirtschaft auch langfristig eine Wachstumsbranche bleiben wird.

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