„Der Rückgang der Kohleverstromung in Deutschland ist absehbar und stellt uns bereits ohne eine weitere staatliche Beschleunigung vor große Herausforderungen. Denn der Abschied von der Kohle setzt den Industriestandort Deutschland einem mehrfachen Stresstest aus: Die Strompreise werden weiter steigen, weil es teurer wird, jederzeit eine sichere Stromversorgung zu garantieren.
 
Auch die Versorgungssicherheit bereitet mir große Sorgen. Hier stehen wir in den nächsten fünf Jahren vor besonderen Herausforderungen. Denn die Struktur der Energieerzeugung und die Netzinfrastruktur stehen vor einem enormen Wandel. Beim Netzausbau sind wir zudem weit hinter dem Zeitplan. Allein mit dem Ausstieg aus der Kernenergie gehen außerdem fast 10 GW gesicherter Leistung vom Netz.
 
Der Handlungsspielraum für kurzfristige Abschaltungen von Kohlekraftwerken ist damit sehr begrenzt. Gleichzeitig benötigen die Reviere Zeit für die Entwicklung neuer Wirtschaftsstrukturen. Gerade deshalb müssen wir in der Kommission den angestrebten gesamtgesellschaftlichen Konsens in diesen Punkten im Auge behalten und dürfen uns nicht von Einzelinteressen leiten lassen.
 
Wir haben die Chance, in der Kommission eine Balance zwischen Klimaschutz, sicherer Stromversorgung und verkraftbaren Strompreisen zu erreichen. Diese Chance sollten wir nicht verspielen.“