09. Oktober 2018
Titelthema

Gründungsgeschehen aktuell

Zahl der Neugründungen geht weiter zurück – jedoch überdurchschnittliche Gründungsintensität in Heilbronn.
In der Region Heilbronn-Franken wurden im vergangenen Jahr 5.071 Unternehmen neu gegründet. Das sind nach den Auswertungen des Statistischen Landesamts 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Dem stehen 4.715 vollständige Aufgaben gegenüber. Dies entspricht einem Rückgang von 3,7 Prozent. Damit gingen die Abmeldungen deutlich stärker zurück als die Neugründungen und der Unternehmensbestand ist somit per saldo gestiegen.

Region trotzt rückläufigem Trend
In Baden-Württemberg setzt sich der rückläufige Gründertrend weiter fort. Im ersten Quartal 2018 gingen die Gewerbeanmeldungen um 2,5 Prozent zurück, wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden- Württemberg zeigen.  

Dementgegen zeigt sich in der Region Heilbronn- Franken ein positiveres Bild. Dort wurden im ersten Quartal 1.982 Gewerbe angemeldet, was einem Anstieg von 4,9 Prozent zum Vorjahresquartal entspricht. Betrachtet man die Neugründungen – also die Gewerbeanmeldungen bereinigt um Zuzüge, Umwandlungen und Übernahmen – ergibt sich ein noch positiveres Bild. Hier liegt der Anstieg sogar bei 11,2 Prozent. Absolut gesehen wurden damit 1.554 Betriebe neu gegründet.

Die Stadt Heilbronn verzeichnet hier das größte Plus mit 27,8 Prozent gefolgt vom Main-Tauber-Kreis mit 21,6 Prozent. Im Landkreis Heilbronn wurden 9,2 Prozent mehr Unternehmen neu gegründet und im Landkreis Schwäbisch Hall 2,8 Prozent. Nur der Hohenlohekreis weist einen Rückgang bei den Neugründungen von minus 1,9 Prozent aus.

Stabilisierungstendenz ersichtlich aber noch keine Trendumkehr
Betriebsgründungen, bei denen eine größere wirtschaftliche Substanz vermutet wird, stiegen sogar noch stärker von 290 auf 358 und damit um 23,4 Prozent. Zudem fällt auf, dass jeder zweite Betrieb im Nebenerwerb gegründet wird. Lediglich die Kleingründungen weisen einen negativen Saldo von minus 2,7 Prozent zum Vorjahresquartal aus. Nach wie vor werden die meisten Gewerbe im Dienstleistungssektor mit einem Anteil von 38,1 Prozent angemeldet. Der Einzelhandel nimmt mit 17,9 Prozent den zweiten Platz knapp vor dem produzierenden Gewerbe mit 17,2 Prozent ein. Im Vorjahresquartal war dies genau umgekehrt.

Fast jeder vierzehnte Betrieb wird im Gastgewerbe in der Region angemeldet. Den stärksten Anstieg hat nach dem produzierenden Gewerbe der Einzelhandel. In dieser Branche wurden 53 Betriebe und damit 20 Prozent mehr angemeldet. Die Gewerbeabmeldungen nahmen weiter ab. Mit minus 4,2 Prozent liegt die Region Heilbronn- Franken auch hier gegenläufig zum Landeswert. In Baden-Württemberg wurden im ersten Quartal 0,5 Prozent mehr Betriebe abgemeldet als im Vorjahresquartal. Somit ist zwar eine Stabilisierungstendenz im ersten Quartal 2018 ersichtlich – aber es wäre zu früh von einer Trendumkehr auszugehen, da die Rahmenbedingungen weiterhin mit einem hohem Beschäftigungsniveau und einer geringen Arbeitslosenquote positiv bleiben. Unter diesen Vorzeichen erscheint die Alternative ein eigenes Unternehmen zu gründen aufgrund der guten Berufsperspektiven als wenig erstrebenswert.
Meist werden Einzelunternehmen gegründet
Die Rechtsform des Einzelunternehmens ist nach wie vor der Favorit unter den Gründungen. 77 Prozent der Gewerbeanmeldungen in der Region wurden auch im Jahr 2017 als Einzelunternehmen gegründet. 11 Prozent der Gründer entschieden sich für die Kapitalgesellschaft der GmbH. Die Unternehmergesellschaft UG (haftungsbeschränkt) wurde nur in einem Prozent der Fälle gewählt. Jede vierte Gründung als Einzelunternehmer erfolgte 2017 durch Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Des Weiteren lässt sich in der Region ein hohes Gründungsinteresse durch Frauen beobachten. Mehr als jedes dritte Einzelunternehmen wird hier von einer Gründerin angemeldet. Dies entspricht auch den landesweiten Zahlen.

Gründungsintensität in der Region
Betrachtet man die Gründungsintensität, so werden in Baden-Württemberg pro 10.000 Einwohner 13 wirtschaftlich bedeutsame Betriebe gegründet. Die Stadt Heilbronn liegt mit 20 Betriebsgründungen pro 10.000 Einwohner damit in ihren Gründungsaktivitäten mit an der Landesspitze. Aber auch der Landkreis Heilbronn und der Hohenlohekreis liegen mit zwölf Gründungen pro 10.000 Einwohner nahe am Landesdurchschnitt. Der Main-Tauber-Kreis folgt mit zehn Gründungen pro 10.000 Einwohner und der Landkreis Schwäbisch Hall mit neun Gründungen.

Detaillierte Informationen zum Gründungsgeschehen in der Region Heilbronn-Franken gibt es in Anlehnung an die Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg im IHK-Gründungsklimameter. Den Link finden Sie untenstehend.

Weitere Artikel zum Titelthema finden Sie in der jeweiligen Ausgabe im Archiv.

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