Wird die Unternehmens­kultur von den Mit­arbeitern als positiv wahrgenommen, ent­wickelt sie eine starke Binde- und Identifi­kationskraft und stärkt den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft der Belegschaft. Kollektive Herausforderungen können besser bewältigt und Stress sowie gesundheitliche Belastungsfaktoren reduziert werden.

Damit sich Mitarbeiter in einem Unterneh­men wohlfühlen, muss das Führungsver­halten stimmen: Gleichbehandlung und Gerechtigkeit sind wichtige Merkmale einer erfolgreichen Führung. Ziel ist es, dass Mit­arbeiter belastungsfrei arbeiten können und dabei ein gesundheitsgerechtes Verhalten durch ihre Führungskräfte erlernen.

Diese haben eine Vorbildfunktion, die sich in einem gesunden Verhalten und einer gesundheits­förderlichen Selbst- und Mitarbeiterführung widerspiegeln. Jedoch stecken Führungskräf­te häufig in einem Dilemma: Einerseits ha­ben sie Vorgaben, die sie umsetzen müssen, andererseits sind sie Ansprechpartner und Vertrauenspersonen für die Belegschaft. Die Frage, wie Führungskräfte mit dieser Situa­tion umgehen, prägt die Kultur: Werden von der Unternehmensleitung auf Biegen und Brechen unrealistische Ziele durchgesetzt, gefährdet das die Moral der mittleren Ebene – und erzeugt im schlimmsten Fall ein unge­sundes Klima.

Gesundheitswissenschaftler Bernhard Badura rät Unternehmen deshalb, nicht nur Zahlen, sondern auch den Men­schen im Blick zu haben – und einen Kultur­wandel hin zu einer emotionalen, wertschät­zenden Führung zu vollziehen.

Wichtige Gesundheitsressource
Ziel einer jeden Führungskraft muss daher das Erreichen eines gesunden Betriebskli­mas sein. Denn nur so unterstützen sich die Kollegen, meistern schwierige Situationen in den Arbeitsabläufen und erbringen dadurch gute Leistungen. Ein respektvoller Umgang aller im Unternehmen handelnden Perso­nen ist immer dann gegeben, wenn eine gute Zusammenarbeit gelebt wird. Lob und konstruktive Kritik, ein gutes Arbeitsumfeld, eine gesundheitsbewusste Organisation und eine hohe Zufriedenheit der Beschäftigten schaffen eine gute Motivation.

Als eine wich­tige Gesundheitsressource sehen Experten hierbei die soziale Unterstützung durch die Führungskräfte, die durch ihr Handeln den Grundstein für eine erfolgreiche Unterneh­menskultur und ein gesundes Betriebsklima legen. So kann das Unternehmen zukunfts­fähig sein und dauerhaft am Markt bestehen.

Negativ empfundene Unternehmenskultur macht krank
Eine repräsentative Studie des Wissenschaft­lichen Instituts der AOK (WIdO) im Rahmen des Fehlzeiten-Reports 2016 von rund 2.000 Beschäftigten zeigt, wie sehr sich die Unternehmenskultur auf das persönliche Wohlbe­finden auswirkt. So sind Beschäftigte, die ihre Unternehmenskultur als schlecht empfinden, deutlich unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit. Ebenfalls klagen sie häufiger über körperliche und psychische Beschwerden, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit ste­hen. So geht eine schlecht bewertete Unternehmenskultur bei gut einem Viertel der Befragten mit gesundheitlicher Unzufrieden­heit einher. Dieser Anteil ist damit dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe, die ihre Unternehmenskultur positiv wahrnimmt.

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie in der Print-Ausgabe im w.news-Archiv.