Der europäische Energiekommissar hatte bereits vor der Sommerpause mehrmals anklingen lassen, dass er eine Erhöhung des europäischen Klimaziels für das Jahr 2030 für möglich halte. Beim Treffen der Umweltminister am 9. Oktober will Miguel Arias Canete einen Beschluss der Mitgliedstaaten erreichen, berichteten mehrere deutsche Zeitungen Ende August.
 
Begründet wird der Vorstoß mit der Einigung auf Ziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Juni. Diese sind ambitionierter als die im November 2016 im Rahmen des "Energie-Winterpakets" von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Ziele. Daraus ergeben sich nach Ansicht von Miguel Arias Canete automatisch zusätzliche CO2-Einsparungen, die eine Erhöhung des Ziels für die Reduktion von Treibhausgasen bis 2030 von 40 auf 45 Prozent (im Vgl. zu 1990) rechtfertigen würden.
 
Die Kommission will zudem der internationalen Staaten-gemeinschaft vor der nächsten Weltklimakonferenz in Katowice Ende des Jahres signalisieren, dass Europa beim Klimaschutz weiter eine Vorreiterrolle einnimmt.
 
Die deutsche Bundeskanzlerin hat sich in ihrem traditionellen Sommer-interview am 26. August kritisch zu Wort gemeldet. Angela Merkel plädierte dafür, sich auf die Einhaltung der bestehenden Ziele zu kon-zentrieren, statt über eine Zielerhöhung zu diskutieren.
 
Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze äußerte sich ebenfalls zurückhaltend. Bereits das bestehende Ziel von 40 Prozent sei anspruchsvoll.
 
Der DIHK teilt diese Skepsis und erarbeitet aktuell eine Stellungnahme zur neuen langfristigen EU-Klimastrategie, die die Kommission voraussichtlich im November vorlegen wird.