Berlin. DIHK-Präsident Eric Schweitzer hat das am 17. Juli 2018 unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan als einen handelspolitischen Volltreffer gewürdigt. Nun sei eine rasche Ratifizierung durch Rat und Europaparlament wichtig. Denn damit würde die EU ihre Handlungsfähigkeit in der Handelspolitik unterstreichen.

„Schon rein wirtschaftlich ist das EU-Japan-Abkommen zwischen Europa und der weltweit drittstärksten Wirtschaftsmacht wichtig. Die symbolische Bedeutung ist aber fast noch stärker“, sagte Schweitzer. So würden diese beiden großen Wirtschaftsräume ein klares Zeichen für regelbasierten Handel und gegen einseitige Importbeschränkungen senden. Auch sei das Abkommen kurz vor der G20-Präsidentschaft Japans 2019 ein gutes Signal gegen den wachsenden Protektionismus in der Welt.

„Bereits jetzt belasten die fast schon täglich zunehmenden Handelsschranken in vielen Märkten die international agierenden Unternehmen“, so Schweitzer. nothnagel.ilja@dihk.de

Unternehmerinnen bringen sich in die Debatte um die Zukunft Europas ein
Brüssel. Unternehmerinnen wollen bei der Gestaltung der Zukunft Europas ein entscheidendes Wort mitreden – und sich untereinander besser vernetzen. Mitte Juli trafen sich rund 90 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland auf Einladung des DIHK zum Netzwerktag „Frauen im IHK-Ehrenamt“ in Brüssel.

Vor Ort brachten sie ihre Anliegen gegenüber Renate Nikolay aus der EU-Kommission, Nadja Hirsch aus dem EU-Parlament und Kerstin Born-Sirkel vom European Policy Centre ein. Konkrete praktische Schwierigkeiten bei der Anwendung der EU-Datenschutzgrundverordnung wurden adressiert, ebenso wie der zunehmende bürokratische Aufwand, der kleine und mittlere Unternehmen belastet. Dass Europa mehr für kleine und mittlere Unternehmen tun müsse, war die klare Botschaft der Teilnehmerinnen.

Bevor die EU künftig neue Regeln erlasse, solle sie diese auch auf Unternehmerfreundlichkeit überprüfen. Ihre Kritikpunkte und Lösungsansätze zur Europapolitik überbrachten die Teilnehmerinnen am Ende der Sprecherin von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Mina Andreeva, bei einem Besuch in der EU-Kommission. stavenhagen.franziska@dihk.de

DIHK und BDI kommentieren geplante Autozölle
Berlin. Im Rahmen der Konsultation des US-Wirtschaftsministeriums zu der Untersuchung, ob US-Autoimporte die nationale Sicherheit der USA gefährden, haben sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einer gemeinsamen Stellungnahme beteiligt.

Deutsche Automobilfirmen und -zulieferer sichern in den USA 118.000 Arbeitsplätze in mehr als 300 Produktionsstätten, Forschungszentren und Verwaltungssitzen. Die Produktion vor Ort hat sich seit 2009 vervierfacht. 60 Prozent der von deutschen Unternehmen in den USA hergestellten Fahrzeuge werden exportiert. Um weiterhin diesen Beitrag zur US-Wirtschaft leisten zu können, brauchen die Unternehmen Planungssicherheit, so BDI und DIHK.

Statt Zölle einzuführen sollte die US-Administration mit Partnern wie der EU daran arbeiten, weltweit Handelsbarrieren abzubauen. nothnagel.ilja@dihk.de