Berlin. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sieht die Zeit für spürbare Steuerentlastungen ge­kommen. Deutschland hat 2017 den höchsten Steuerüberschuss seit der Wiedervereinigung er­zielt. „Der Rekordüberschuss ist Ergebnis des Fleißes vieler Men­schen in gut aufgestellten Un­ternehmen. Dieser Überschuss ist aber auch ein Zeichen dafür, wie überfällig steuerliche Ent­lastungen sind. Denn der Staat ist nicht dazu da, Überschüsse anzuhäufen,“ sagte Schweitzer.

„Unser Land muss jetzt vielmehr die Weichen dafür stellen, auch noch in zehn Jahren Wohlstand erwirtschaften zu können. Wir brauchen sinkende Steuern und bessere Abschreibungsmöglich­keiten für Unternehmen, damit die Wirtschaft mehr investie­ren kann. Wir erleben derzeit, dass sich in vielen Ländern die Investitionsbedingungen im Vergleich zu Deutschland ver­bessern“, so der DIHK-Präsident.

In den USA geschieht das über Steuersenkungen und Sofortab­schreibungen. Auch Frankreich, Großbritannien und Österreich wollen Investitionen mit Steuer­entlastungen stärker unterstüt­zen. Schweitzer: „Diesem interna­tionalen Wettbewerb müssen wir uns stellen. Auch beim Werben um Fachkräfte über Grenzen hi­naus ist die Steuer- und Abgaben­belastung ein wichtiger Aspekt.“ kambeck.rainer@dihk.de

So entstehen Netzwerke
Berlin. Im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin bot sich Un­ternehmen am 8. Februar 2018 die gute Gelegenheit, mit fast allen afrikanischen Botschaf­tern und deren Wirtschaftsre­ferenten persönlich in Kontakt zu kommen. Beim „African Am­bassadors Dialogue“ konnten die 250 Teilnehmer im direkten Gespräch mit den 38 Botschafts­vertretern Investitionen planen oder Kooperationsmöglichkei­ten ausloten.

Zu der Netzwerk­veranstaltung haben die Nord­afrika Mittelost Initiative der Deutschen Wirtschaft gemein­sam mit der Subsahara Afrika Initiative (Safri) sowie weiteren Partnern, darunter dem DIHK, eingeladen. andree.philipp@dihk.de

DIHK fordert Stärkung des eu­ropäischen Strommarkts
Brüssel. Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments ist bei der Reform der EU-Regeln für den Strombinnenmarkt in weiten Teilen Forderungen des DIHK gefolgt. Die Parlamentarier ha­ben sich über Fraktionsgrenzen hinweg zum reformierten Strom­markt als Grundpfeiler des zu­künftigen Marktdesigns bekannt. Kapazitätsmechanismen sollten, wie vom DIHK gefordert, nur als letztes Mittel zur Sicherstellung von Versorgungssicherheit in Be­tracht gezogen werden.

Die Abge­ordneten treiben auch die Markt­integration der erneuerbaren Energien voran. Dabei wurde auf Drängen des DIHK der Bestands­schutz gewährt. Die vom DIHK kritisierte zwangsweise Auftei­lung des deutschen Strommarkts in verschiedene Preiszonen ist in der Parlamentsposition nur noch als letztes Mittel vorgesehen. Schließlich stärkte der Ausschuss die Kommissionsvorschläge zur intensiveren Einbeziehung der Endkunden in den Strommarkt, wofür der DIHK seit langem plä­diert. Die finalen Verhandlungen zwischen Rat und Parlament über die Reform sollen bis Ende 2018 abgeschlossen werden.
schorpp.julian@dihk.de